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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 1 (1866) · p. Seite 30

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
1 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 30 (sequence 31)
Language
German
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30 II. Vibelkritische Miscellen. Der ganze Vers ist Wohl erst späterer Zusatz, wofür auch das ganz ungewöhnliche חטא ב, sich gegen Jemanden vergehen, spricht. Die spätere Sucht nach Vollständigkeit wollte bei der Selbstanklage der Brüder doch auch nicht übergehen, daß Rüben zu einer solchen weniger Grund hatte, und diese nochmalige Hervorhebung Ruben's mag ihr um so notwendiger geschienen haben, als sie sich dadurch einen Umstand besser erklären Zu können glaubte. Joseph hält nämlich den Simon in Fesseln zurück. Warum ihn, fragte sie, warum nicht den Erstgeborenen? Sicher weil dieser mit der Mißhandlung Josephs nicht einverstanden war. Aber woher wußte dieser von Ruben's Bemühungen um seine Rettung? Nun, er hat es jetzt selbst in Gegenwart Josephs, der, was sie nicht ahnten, ihre Worte verstand, gesagt. Allein einer Erklärung für die Wahl Simones — den, Joseph anderweitig als den ungestümsten kennen mochte- — bedarf es nicht, und daß Joseph etwa Vorliebe für Rüben weiter geäußert habe, erfahren wir auch nicht. Wäre dieses Moment in der ursprünglichen Darstellung wirksam gewesen, so hätte sich Rüben vortrefflich als Fürbittender, namentlich nach dem Tode Jakobs, geeignet, aber es wird über ihn ganz hinweggegangen. Also auch bei diesem Verse ist אבלר לאבלר nur eines der verschiedenen Momente, welche für seine spätere Entstehung sprechen. Wenn Juda 1 Mos. 43, 3 auf die Aufforderung .Jakobs wiederum in Aegypten Getreide einzukaufen, nicht frischweg ausspricht, es nur dann zu thun, wenn Benjamin mitgeschickt werde, sondern erst noch die Erzählung vorausschickt, der Mann habe gewarnt: ihr sollt mein Antlitz nicht sehen, wenn nicht euer Bruder mit euch: so ist dies eine doppelt überflüssige Wiederholung. Dem Jakob war die Willensmeinung Josephs schon umständlich kund gethan worden (42, 29 ff.)*), und zum Schluffe seiner Anforderung *) Dieser Bericht selbst dürfte gleichfalls ursprünglich aus den einfachen Aorten in V. 29 ויגידו * י ’ א תם bestanden haben, von לאבלל an bis Ende von N. 34 spätere Erweiterung sein. Dafür spricht die ausschließlich hier gebrauchte Bezeichnung ״Herr des Landes" für Joseph, während er in Cap. 43 immer nur ״der Mann" genannt wird, dafür der Ansdruck ויתן* אתנו ם״, er hielt uns für, machte uns zu, das sonst mit ל construirt wird, dafür der Gebrauch von רעבון־ בתיכם ohne das uothwenige עובד, dafür endlich der seltsame hier g^nz unpassende Zusatz ואת דלאל־ץ תסהלו, der dem Ergäuzer nur als eine Reminiseenz aus 34, 10 und 21 vorschwebte und mit der er dann sehr ungeschickt die Darstellung anszuschmücken glaubte.

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