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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 1 (1866) · p. Seite 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
1 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 22 (sequence 23)
Language
German
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22 I. Samuel David Luzzatlo. Tiefe seiner Ansichten, er hatte zum größeren Theile nur den dilettantenhasten Genuß an der ästhetischen Form. So ist Luzzatto, viel gerühmt und als edler gemüthswarmer Mensch von Vielen geliebt, doch nicht seinem vollen Werthe nach erkannt, sind seine Leistungen noch nicht zum vollen Eigenthume unserer Zeit geworden. Diese Blätter wollten die Anregung geben, ihn unbefangen zu würdigen mit der Liebe, die, weil sie ächt ist, keiner Verschönerungsmittel zu bedürfen glaubt, mit der Gerechtigkeit, die in dem einzelnen Menschen den redlichen Diener der Wahrheit nach seinem Maße zeichnet und achtet; sie sollten eine Aufmunterung sein, seine Leistungen nach ihrem tieferen Gehalte aufzunehmen und sie noch verdienstlicher zu machen durch die Fortarbeit in ihrem Geiste. Daß sein Reichthum nicht in diesen Umrissen erschöpft ist, daß manche Seite des vielbegabten Mannes auch in dem eng umschriebenen Gemälde vielleicht eine schärfere Zeichnung verdient hätte, dessen bin ich mir bewußt. Wenn die dürftigen Worte jedoch dazu beitragen, daß sein Andenken in unserer raschlebigen Zeit nicht so bald erblasse, so ist ihr nächster Zweck erreicht; ein höherer lohnenderer Erfolg freilich wäre es, wenn sie ihm ächte Jünger zu erwecken vermöchten. 1. Febr. 1866. H. Gibellmtische Miscelten. ״Man mag vielleicht dem Nachweise", sagte ich vor acht Jahren (Urschrift S. 40 f.), ״von der Entartung, Umgestaltung, anderen Färbung der Sprache nicht immer genügende Beweiskraft beilegen. Die biblische Literatur ist allerdings von zu geringem Umfange, um in ihr die volle Ausprägung der Sprachindividualität in jeder einzelnen Periode ihrer Entwickelung so genau und umfassend finden zu können, daß jedem Ausdrucke, jeder Construction, jeder Satz- Verbindung das Zeitalter, dem sie angehören, mit Bestimmtheit angewiesen werden könnte. Die Abfassungszeit keiner Schrift steht ferner so unzweifelhaft fest, daß von ihr aus der sichere Ausgangs- Punkt genommen werden könnte; einige sind Sammelwerke, die, dem gemeinschaftlichen Inhalte nach, Produkte aus den verschieden-

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