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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 1 (1866) · p. Seite 18

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
1 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 18 (sequence 19)
Language
German
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18 1. Samuel David Luzzatto. seinen eigentlichen Beruf — sehr verdienstlich; er ging in Sinn der Worte und der Sätze liebend und einsichtig ein, er verschmähte auch nicht die kritische Betrachtung des Textes, die Sprache war ihm in ihren innersten Geheimnissen vertraut, und mit reicher Gelehrsamkeit wußte er sich den Gedankengang des Schriftstellers zu erschließen. Daß ihm zum vollendeten Exegeten der freie historische Blick fehlte, der den Schriftsteller im Zusammenhänge mit der ganzen Zeit erkennt und ihn aus dieser zu erklären versteht, mögen wir bedauern, wenn wir es auch erklären können, darf uns jedoch das anerkennende Urtheil nicht trüben. Seine vorzügliche Sorgfalt scheint er dem Pentateuch und Jesaias zuwendet zu haben; über jenen ist jedoch nur eine Lese von Anmerkungen im ״Mischthaddel" erschienen, zu diesem hatte er schon als Jüngling an Rosenmüller Scholien in lateinischer Sprache eingesendet, die dieser als besondern Anhang den seinigen anfügte. Der vollständige hebräisch geschriebene Commentar zu Jesaias — nebst italienischer Uebersetzung, die auch zu andern Büchern von ihm vorhanden ist—, sehr weitläufig angelegt, ist in seinen vier starken Lieferungen noch nicht bis zu Cap. 40 gelangt. Neben einzelnem Treffenden ist das apologetische Streben vorherrschend, das L.'s schöne Kraft in nutzlosen Versuchen aufzehrt. Der ״Mischthaddel", bereits vor nahe an zwanzig Jahren erschienen, wenig verbreitet und noch weniger benützt, wäre zur Charakteristik L.'s wie auch seines Gehaltes wegen Wohl einer eingehenderen Besprechung Werth, und ich versage mir eine solche nur ungern, weil sie den Gesammtüberblick über die vielseitigen Leistungen des begabten Mannes stören würde. Denn L. war nicht blos hebräischer Sprachforscher und Bibelerklärer, auch das ganze Gebiet der nachbiblischen jüdischen Literatur war ihm vertraut, erfreute sich seiner Theilnahme und liebevollsten Pflege. Bewegten sich ja alle diese Schriften auf hebräischem Boden, ruhten sie ja alle auf biblischer Grundlage! War er auch seiner vorherrschenden Neigung und Anlage.nach nicht zunächst Historiker, so war die Zeit seines kräftigen Mannesalters gerade mit besonderer Vorliebe literarhistorischen Studien zugewendet; frühzeitige Befreundüng mit Reggio, baldiger lebhafter Verkehr mit Rapoport, Zunz u. A., die Gunst der Umstände, die ihm die seltensten Druckwerke und Handschriften zuführte, wie sie nicht leicht einem Andern zugänglich sind, mußte ihm Theilnahme für diese Arbeiten einflößen und sie ihm immer lieber machen. Und aus den verschiedensten Zeiten

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