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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 1 (1866) · p. Seite 15

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
1 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 15 (sequence 16)
Language
German
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I. Samuel David Luzzatto. 15 Beziehung treffliche Belehrungen. Mußten auch die Bücher im Ganzen und Großen unberührt geblieben, uns ganz in der Form zugekommen sein, die ihnen die ersten Meister gegeben, dursten nicht zur Zeit, da der Inhalt noch mehr flüssig war, verschiedene Hände an ihnen arbeiten, bis sie zum letzten Gepräge sich verfestigten: so nahm er doch an, daß in späteren Zeiten, als die Bücher bereits Gegenstand des Studiums und der Ausdeutung geworden, aufmerksame Vorsicht kleine Maßregeln anwandte, sie vor Mißverständniß und Mißdeutung zu schützen, wenn auch dadurch die Aussprache und Beziehung manches Wortes etwas geändert wurde. Durch Punktation und Accentuation, wies L. vielfach nach, hat man den Sinn, der dem minder Eingeweihten in seiner naiven Auffassung eine falsche Ansicht hätte beibringen können, zuweilen etwas umgobogen, so daß er zu keinem Jrrthume Veranlassung geben konnte, wenn auch dadurch eine gewisse Gewaltsamkeit in Wortform oder Wortverbindung entstand. Mit dieser Einsicht hat L. sehr gefördert, hat er selbst oft das Richtige scharfblickend erkannt und zu weiteren Untersuchungen die Anleitung gegeben, und wenn sie auch nicht ausreicht, wenn sie auch blos ihre rechte Stellung und Erklärung sindet, insofern sie als der schwache Ausläufer eines früher weit umfassender und mit größerer Selbstständigkeit angewandten Verfahrens erfaßt wird, so ist doch manche Dunkelheit auf diesem Wege durch ihn erhellt worden und ist sie die Handhabe zu weiterer Aufhellung. Von besonders förderndem Einflüsse ward diese Erkenntniß zur Würdigung der alten Uebersetzungen, zunächst von L. auf das babylonische Thargum zum Pentateuch angewendet, das unter dem Namen des Onkel os auf uns gekommen ist, auf das aber L. auch seine Untersuchungen einschränkte. Was Punctatoren und Aecentuatoren im Texte selbst, auf dieses Beiwerk zum überlieferten Buchstabentexte sich beschränkend, vorzunehmen gewagt haben, das that ״Onkelos" bei aller Strenge treuer Wiedergabe, die er sich zum Gesetze machte, noch in größerem Maße in der Uebersetzung. Wo der Ausdruck zu sinnlich, unehrerbietig klang, der einfache Sinn einer Mißdeutung, einer feststehenden Lehren widersprechenden Annahme Raum gab, da umschreibt er, schiebt er unter, übersetzt er im Texte nicht enthaltene, aber an ihn anklingende Lesarten. Denn das Thargum, sagt L., ist für den gemeinen Mann angefertigt, für den diese schützende Vorsicht noth-

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