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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 1 (1866) · p. Seite 10

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
1 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 10 (sequence 11)
Language
German
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10 I. Samuel David Luzzatto. staltungen, die Spätere vorgenommen, um der verderblichen Lehre des Verfassers ihren schädlichen Einfluß zu benehmen. Diese kritische Erkenntniß, diese Vervollständigung zur richtigen Würdigung des Buches und des Einblicks in seine Geschichte gehört Luz. an, ist sein Eigenthum und Verdienst, das erfreulicher Weise ihm auch jüngsthin in einer für ein größeres gebildetes Publikum bestimmten Orientirung über dieses Buch (in den ״Grenzboten") zugesprochen worden, und es dürfte vielleicht diese gewonnene richtigere Auffassung von der Kritik noch auf einige andere Stellen ihre An- Wendung finden *). Wir nehmen hier eine sehr freisinnige Behandlung eines einzelnen biblischen Buches wahr. Ueber seinen gesammten Gedankeninhalt fitzt die eigne sittliche und religiöse Ueberzeugung zu Gerichte, es wird seinem Zusammenhänge nach in einer Weise erklärt, die nicht im Geringsten darauf ausgeht, das daraus resultirende nachtheilige Urtheil zu beseitigen oder doch zu mildern, ja die so streng verfährt, daß sie die Stellen, welche eine Milderung des Urtheils bewirken müßten, gradezu dem Verfasser abspricht. Wir begegnen der Annähme, daß absichtlich Aenderungen mit dem Buche vorgenommen worden, um die vorgetragenen Gedanken in größeren Einklang mit *) So dürfte sich bei genauerer Erwägung — ohne daß wir hier in tiefere kritische Untersuchungen eingehen wollen — der Schluß des Buches von 12, 9 an mit ziemlicher Bestimmtheit als ein späterer Zusatz herausstellen. Er sollte ein Epigraph für eine Sammlung, die erst später noch mit einigen Büchern bereichert wurde, aber zugleich eine Milderung der schroffen Haltung, eine beruhigende Stärkung nach allen den erschütternden Zweifeln darbieten. Der Verfasser schloß mit dem Refrain, der sein Buch einleitete: Eitelkeit der Eitelkeiten, spricht (nun wieder zusammenfassend) der Koheleth, Alles ist eitel. Der Epilog beruhigt, will den Verf. in weniger düsterem Lichte erscheinen lassen wie auch im Glauben besestigen. Ja, Koheleth war weise, sagt er, und außer dem was er hier niedergelegt, führte er mit Lehre und in sinnigen Sprüchen das Volk zur Erkenntniß hin. Er war ein Mann des Strebens, der die volle Wahrheit mit Gradsinn niederschreiben wollte. Nimm sie hin seine Worte, sie treiben zu ernster Zucht, sind feste Grundlagen wie die aller Weisen, sind von verschiedenen Betrach- Lungen aus gesammelt und gehen doch nach einem Ziele hin, wurzeln in einer tieferen Erkenntniß. Aber laß es auch dabei bewenden, grüble nicht zu viel, es ist an Büchern nun genug, und wenn du Alles angehört, so bleibt das Ende doch nur, daß Eins und Alles des Menschen ist: Gott ehrfürchten und seine Gebote hüten. Denn zuletzt ״bringt doch Gott" ein jedes Werk ״ins Gericht" (האלדגים יבא בנלעזפט), eine Phrase, die nur hier und im Zusatze 11, 9 vorkommt.

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