Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 1 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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I. Samuel David Luzzatto. 7 ihm auf diesem Gebiete von früher Jugend an zu Gebote standen und sich ihm im Laufe eines strebsamen Lebens immer erweiterten. Die Thargumim, die ihm als alte acht nationale Wiedergabe deS BibelLextes sehr hoch standen, pflegte er mit liebevoller Treue, und das wörtliche babylonische Thargum unter dem Namen des Onkelos, das anschließende Uebersetzung sein will, zog besonders seine Aufmerksamfeit auf sich. Die Verwilderung seines Textes, an welcher mißverständliche Correctur und Conjectur wie Unwissenheit das Ihrige überreichlich gethan, mußte gereinigt werden, und L. leistete hier Werthvolles mit gründlichem Fleiße und klarer Einsicht in seinem Oheb Ger (Philoxenus, Wien 1830). Eine große Anzahl alter Ausgaben, Handschriften und ein handschriftlicher Commentar boten ihm reiche Schätze zur Benutzung dar; diese zerstreut umher liegenden Schätze wahrzunehmen und sie gut zu benützen, dazu bedarf es des geschärften Blickes, und den bewährte er in hohem Grade. Neben der Berichtigung des Textes ist diese Sammlung von Lesarten reich an treffenden Bemerkungen über grammatische Eigenthümlichkeiten des Aramaismus und des Thargumischen insbesondere, über den Sprachcharakter der Thargumisten und dgl., abgesehen von deren exegetischen Verfahren, das bald in Zusammenhang mit L.'s Leistungen auf dem Felde der Exegese in's Auge gefaßt werden soll. Ein Menschenalter hindurch ergänzte er diese in der Jugend begonnenen Studien, und eine seiner letzten Veröffentlichungen, das Fragment einer Thargum -Massorah, enthält bedeutsame Winke und fruchtbare Anregungen, die noch derer harren, welche sie sich anzueignen und weiter auszuführen wissen. — So schloß er auch Arbeiten Anderer mannigfache Bemerkungen zum Aruch an, die aus Handschriften geschöpft und von genauer Sprachkenntniß unterstützt, über viele Wörter und deren Bedeutungen Aufklärung verbreiten. L. war der Erste unter den jüdischen Sprachforschern, welcher das engere jüdische Gebiet durchbrechend, die Aufmerksamkeit auf das Syrische lenkte und die Notwendigkeit seiner Pflege für das Verständniß des Jüdisch-Aramäischen betonte, er zeigte Aehnlichkeiten und unterscheidende Eigenthümlichkeiten auf, wies den syriasirenden Charakter des Thargums zu den Sprüchen nach und behandelte es lexikalisch. — So war er auch vertraut mit dem Samaritanischen, und seine Bemerkungen zu Kirchheim's Ausgäbe der von Gesenius veröffentlichten samaritanischen Gedichte lehren, wie auch ein verwahrloster Dialekt nach dem innerlich