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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 1 (1866) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
1 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 3 (sequence 4)
Language
German
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I. Samuel David Luzzatto. 3 erklärungen, Bekanntschaft mit hebräischer Grammatik neben halachischer, spitzfindig die Belegstellen verrenkender Discussion, Kenntnisse mannigfacher Art neben kabbalistischem Aberglauben einher und sie vereinigten sich in unbegreiflicher Verträglichkeit in einer und derselben Person. Wenn nicht ein Sendbote eines angeblichen Messias die Geister im Kampfe für und wider entflammte, war ein stiller Frieden über Alle ausgebreitet, und selbst die Folge, welche anderswo sich an den Kampf gegen diese von Zeit zu Zeit auftauchenden Schwärmer knüpfte, nämlich das zunehmende Mißtrauen gegen die Kabbalah, aus deren Quelle die Schwärmer geschöpft und deren Lehren ihnen zur Stütze gereichen sollten, auch dieses Mißtrauen fand dort keinen Boden. Wenn der Sturm ausgebraust hatte, gab man sich mit demselben unerschütterten Vertrauen wieder der Pflege der Kabbalah hin und war nebenbei auch nüchterner Mann der Wissenschaft. Nur unter solcher regungslosen Stille ist es begreiflich, daß sich jede Spur von dem Manne verloren hat, den Lessing in Italien traf und von dem dieser tiefblickende Denker aussagte: Hier ist mehr als Mendelssohn! Nur unter solchen Umständen konnte jener große Unbekannte sich in tiefes Schweigen hüllen, ohne Drang nach Mittheilung, aber auch ungefährdet, still in sich hineindenken und unerkannt von hinnen scheiden. Als in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Frage in den jüdischen Kreis geschleudert wurde über Errichtung wohlgeordneter Schulen, in denen auch allgemein wissenschaftliche Gegenstände unterrichtet werden, in denen methodisches Lehren die Verwilderung ersetzen sollte, da verstanden die italienischen Rabbinen die Zornesgluth ihrer deutschen und polnischen Collegen gegen Wessely nicht, der zum Vertreter dieser Schulen sich erhob. Ihnen trat hier nichts Neues entgegen, sie erblickten darin auch keinen welthistorischen Kampf gegen dumpfe Unbildung. Nicht Freisinnigkeit, nicht Eingehn in die neuen Richtungen der Zeit dictirte ihnen die Schutzschrift für Wessely, es war ein harmloses Nichtwissen von den neuen Bestrebungen, deren erste äußerliche Forderungen ihnen niemals ganz abhanden gekommen waren und die sie daher nicht verletzten. Auch die Triester Gemeinde betheiligte sich an dem Schritte, der ihr als ein Friedenswerk erschien, denn Triest war und ist eine italienische Stadt. So ging man unbeirrt weiter und ließ sich auch wenig von dem mächtigen Geistesringen anregen, das in Deutschland begann; in den hebräischen Schriften, die den Zwecken der Auf-

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