Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 3 (1864-1865)
- Issue
- 3
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Jakob ben Ascher. 245 alle Satzungen über den Sabbath niederschreiben, so würde mir die Arbeit zu groß werden; denn der Satzungen für den Sabbath sind sehr viele. Die 39 Hauptarbeiten und die von ihnen abgeleitete^ sind auch hinlänglich bekannt, so daß ich mich auch mit ihnen nicht lange aufzuhalten habe, ebensowenig über die dafür angeordneten Maße; denn das Maß macht blos einen Unterschied in Beziehung auf die Bestrafung, während auch dasjenige Maß, welches zwar keine Strafe nach sich zieht, doch jedenfalls verboten ist. Deßhalb werde ich nur die nothwendigen Dinge schreiben, die ähnlichen aneinander reihen und mit dem ״Gehen" beginnen, indem ich die Anordnung eines Bibelverses (Jes. 58, 13) zu Grunde lege: Wenn Du vom Sabbath Deinen Fuß zurückhältst u. s. w." Ist das nicht ein naives Geständniß? Die Hauptsache wird — als bekannt vorausgesetzt, die Anordnung ganz zufällig an einen dichterischen Ausspruch angelehnt. Wenn Jakob die Maßbestimmungen zurückläßt, weil blos die Bestrasung, aber nicht das Verbot von ihnen abhängig ist, so steht Dies mit seinem ganzen Plane in Einklang, wonach er nicht den Inhalt des Thalmud, sondern die zur Zeit geltenden Bestimmungen zusammenstellen will; nun aber sind die auf das Ucbertreten der Vorschriften gesetzten Strafen, insofern sie Lcibesstrafen sind (Steinigung, Geißelung) oder zur Darbringung von Sühnopfern verpflichten, allerdings nicht mehr anwendbar, und er ließ sie selbst, wie die Distinctionen, die auf dieselben Bezug nehmen, seinem Plane entsprechend, zurück. Wie aber, wenn er anderswo wieder an seinen Plan ganz zu vergessen scheint und solche Dinge doch aufnimmt? Weisen wir blos auf zwei Stellen hin, wo Karo bereits auf die Inkonsequenz im Verfahren aufmerksam macht. Ob das Verbot, ein Glied von einem lebenden Thiere abzuschneiden und zu genießen, auch bei unreinen Thieren Geltung habe, hat blos den Sinn, ob man noch eine besondere Strafe dafür verwirke; denn am unreinen Thiere ist Alles zum Genüsse verboten. Dennoch sagt Jakob (Joreh Deah Cap. 62), das Verbot habe blos Statt bei reinen Thieren. Wozu bemerkt er Dies? sagt Karo, dem Genüsse ist es ja jedenfalls nicht gestattet. Allein er ließ sich von Maimonides' Worten verleiten. Ebenso ist es gleichgültig, ob das Fett eines unreinen Thieres, sowie das eines Aases als Theil des Thieres oder auch als Fettstück untersagt ist, dennoch glaubt Jakob darüber sich aussprechen zu müssen (das. Cap. 64). Auch hier weist Karo die Planlosigkeit dieses Ausspruches nach, und wie blos gedankenloses Nachschreiben des Maimonides der-