Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 3 (1864-1865)
- Issue
- 3
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 82)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2420973-2420988-2420990--0895-2421974- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
244 Umschau. HL JakoL den Ascher. Wer mit der thalmudischen Literatur einigermaßen vertraut ist, kennt auch JakoL Len Ascher, den Verfasser des Codex ״arba' Turim" (die vier Reihen), welcher auch dem ״Schulchan ^aruch" (dem gedeckten Tische) des Josef Karo zu Grunde liegt. Er weiß auch, daß dieses Buch, im Vergleiche zum gedankenschweren, lichtvoll geordneten Werke des Maimonides, als eLenso gedankenarm, wie in der Anordnung verworren Lezcichnet werden muß. Man kann daher dem Urtheile des Hru. Dr. Grätz (Geschichte re. Bd. VII. S. 347 f.) nur vollkommen beistimmen, wenn er sagt, dieser Religionscodex ״bilde einen Gradmesser, um erkennen zu lassen, um wie viel das ofstcielle Judenthum seit Maimuni gesunken iji," in ihm sei ״auf das Denken durchweg Verzicht geleistet." ״die religiöse Peinlichkeit sitze hier als Gesetzgeberin," und in der Form ״vermisse man die lichtvolle, wie eine Gliederkette zusammenhängende maimunische Ordnung." Man ist daher schon überrascht, wenn Hr. Dr. Buchholz in seinem Aufsatze: Die Codification des Halachastoffes (Frankcl's Monatsschrift d. I. S. 254) das entgegenstehende Urtheil aussprrcht mit den Worten: ״Erwägt man die innere logische Verbindung jedes einzelnen Capitels und die enggegliederte Aufeinanderfolge des . . . Stoffes, so tritt uns dieses Werk als eine autonome Schöpfung eines reichbegabten Geistes entgegen u. s. w." Jedoch da der ganze Aufsatz von solchen Ueberschwänglichkeiten angefüllt ist, so findet man Dies als Passend. Was jedoch auffallender ist, das ist, daß Hr. Dr. Frankel sich bemüßigt sieht, Ln einer Redactions-Anmerkung hinzuzufügen: ״Wir treten ganz dem obigen Urtheile des Vers, bei und müssen mit Bedauern die Darstellung des Tur von Hrn. Dr. Grätz, Thl. 7 S. 347, als eine nicht zutreffende bezeichnen." Also wir sollen dieses Lob nicht als jugendliches Phantasiespiel, sondern als das Ergebniß eines gereisten Kenners aufnehmen. Diese Zumuthung ist wirklich etwas stark, und man erkennt hier die ganze Verkehrtheit jener gewaltsamen Apologetik. Ersparen wir uns die Mühe, hier einen ganz unnöthigen Nachweis zu führen; begnügen wir uns mit den Worten, die Jakob ben Ascher selbst über seine Anordnung beim Beginne der Darstellung der Sabbathgesetze ausspricht (Orach Chajim Cap. 301): ״Wollte ich