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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1864-01-01 · 3 · p. Seite 212

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
3 (1864-1865)
Issue
3
Date
1864-01-01
Page
Seite 212 (sequence 50)
Language
German
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IRI
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Recensionen. 212 zusammen mit deur mischnaitischen und thargumischen NND, ein halbbekleideter Mensch. Im Syrischen heißt schwächlich sein, daher Schwächlichkeit, Barhebr. ehr. 78, 11 (woselbst cs Bruns in der Uebsetzung übergeht), und ebenso heißt gö schwächlich, engbrüstig sein. So ist denn auch ''NNO בר ein von Chija an den jungen Nab gerichtetes Scheltwort, wie es denn immer bei einem Verweise vorkommt. Auf eine andere Stelle macht mich Hr. Br. Derenburg aufmerksam. In Waj. r. 6. 20 (vgl. Koh. r. zu 2, 20) wird die Geschichte von Hadrian erzählt, der einen Greis, nachdem er unverhofft von dem neugepflanzten Baume noch Früchte erlebt und davon dem Kaiser auf sein Verlangen brachte, reichlich belohnte, was den Neid einer Nachbarin ברח סחין erweckte. Auch hier ist eine kleinlich gesinnte Person gemeint. Aehnlich ist offenbar ein ironischer Ausdruck, dessen sich Nachman gegen Papa bediente (Thaan. 24 a). Als dieser beim Gebete um Regen, schwach geworden, sich mit einem Kuchen stärkte, Regen aber nicht kam, da rief ihm Nachman zu: בר אושפזתי, iß noch einen zweiten Kuchen! Naschi erklärt den Ausdruck nicht, bemerkt aber, daß der ganze Satz einen Spott enthalte; Aruch hingegen liest בר אושפרתי und meint, 'א habe die Mutter Papa's geheißen, offenbar unrichtig. Vielmehr ist unsere Lesart zu erklären: Wirthshausmann (von אושפיזא, hospitium), die des Aruch wohl von 2 אשפר. Sam. 6, 10, welches die Alten Ln dem Sinne einer Speise nehmen. — Anders ist es mit der Stelle Berachoth 6 d, wo Jemand, der, mit dem Rücken nach der Synagoge gekehrt, sein Gebet verrichtet, von einem vorübergehenden Araber wegen seines gegen Gott unehrerbictigen Benehmens erschlagen wird; nach anderer Lesart soll jedoch diese Strafe durch Elias vollzogen sein, der als Araber erschien. Schon daß Alfasi und Rasch! diese legendenhafte Ausschmückung nicht kenncn, spricht dafür, daß wir es hier mit einer späteren Zuthat zu thun haben, und auch in unsern Ausgaben befindet sich die einfachere Lesart am Rande. Hier mögen wir Hrn. L. beistimmcn, wenn er meint, man habe cs nicht in der Ordnung gefunden, daß ein zufällig vorübergehender Heide, ein Araber, als der Beschützer der jüd. Religion austrete, und habe deßhalb Elias dafür substituirt (vgl. übrigens N. Coroncl in Beth Nathan z. St.). Auch können wir von vorn herein der allgemein ausgesprochenen Behauptung, ״daß die Censur des Talmudtextes zuweilen auch von jüd. Seite geübt wurde, unter dem

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