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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1864-01-01 · 3 · p. Seite 209

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
3 (1864-1865)
Issue
3
Date
1864-01-01
Page
Seite 209 (sequence 47)
Language
German
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VH. 3. Sangari. 209 untersuchte, ergab sich mir das Resultat, daß die verschiedenen Relationen zwar keinen historischen Werth beanspruchen können, aber nichtsdestoweniger folgt aus ihnen deutlich, daß eine dunkle Sage von einem Juden Sangari, der mit einem Christen disputirte, den Berichterstattern vorschwebte, wenn auch die verschiedenen Quellen darüber verschiedene Zeiten, Lokalitäten, ja sogar christliche Persönlichkeiten ihrem Berichte unterschoben. — Bei einer anderen Gelegenheit werde ich die verschiedenen Relationen, die einen interessanten Gegensatz zu den jüdischen im Joseph'schen Briefe und im Buche Cosri darbieten, vollständig mittheilen; füx jetzt sei es mir gestattet, sie kurz zu berühren. Die älteste Nachricht, wo der Jude Zambri als Gegner der christlichen und Vertheidiger der jüdischen Religion figurirt, findet sich bei Georgius Hamartolus, einem byzantinischen Schriftsteller ans der Mitte des 9. Jahrhunderts (wie diese Zeit ihm von Muralt in der Vorrede zu ed. Petropoli 1859—1861 zugewiesen wird). Da erscheint Zambri als Gegner des ersten römischen Bischofs (Sylvester) in einer Disputation, die in Gegenwart Constantinus' des Großen stattgefnnden haben soll.*) Einen langen Bericht über denselben Gegenstand hat auch der Byzantiner Georgius Cedrenus, welcher ungefähr zwei Jahrhunderte später als Hamartolus lebte^), über dessen Verhältnisse zu letzterem ich bei der ausführlichen Behandlung der Sage sprechen werde. Von den slawischen Quellen, die Juden in Chazarien mit den Slavenaposteln Cyrillus und Methodius um die Mitte des 9. Jahr- Hunderts kontroverse führen lassen, gedenken ausdrücklich des Namens Zambri zwei kleinere oder sogenannte Prolog-Vitä, worüber ausführlich zu sprechen ich mir Vorbehalte. Zwar glaubt Bodianski (im angef. Werke Anm. 69), daß die Letzteren ganz einfach das dem Sylvester Zugeschriebene auf ihre Apostel übertrugen; aber schwerlich geschiehet so etwas, wenn nicht irgend ein Anhaltspunkt die Brücke dazu ist, und diesen Anhaltspunkt finde ich in dem Namen Sangari, der, wie es scheint, Bodianski unbekannt ist und mit Zambri leicht *) Kunik, Melanges Asiatiques, p. 405 seq. 2) Ed. Bonn T. I. p. 478—495, ed. Paris p. 273—283, wo noch viele fingirte Juden Vorkommen als ’AßiaftaQ, ,Icovag §ußls (Rabi), Todo- Uas (Gedalia), 9Awuv (Anan), dcor^ (Doeg), K0v6r\% und Gccppoc. Hier heißt Zambri ZafißQrjg.

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