Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 3 (1864-1865)
- Issue
- 3
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 201 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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das Buch Henoch. 201 trägt). Jedenfalls war es eine alte Tradition, daß die Umgebung von Chadudo, aus einem zackigen Felsen mit tiefem Abgrunde bestehend, der Aufenthalt des Asasel ist. Und Dies finden wir im Buche Henoch wieder. Während der Ort vielfach grausig beschrieben wird, wird er 10, 4 ausdrücklich ״Dudael" genannt, was nicht mit Dillmann (S.!00) als ח1־א אל, sondern als mifcr NlNN zu erklären ist. Wir haben es hier demnach nicht mit einem blos fingirten, sondern einem ganz bestimmten Orte in der Nähe Jerusalems zu thun. Wir brauchen auch keine Etymologie für den Namen aufzusuchen, obgleich eine solche von den ״scharfen" Zacken des Felsens für NNN sehr nahe liegt. Ob der Ort Chadudo — von dessen Umgebung, בית, in den thalmudischcn Stellen die Rede ist — mit der Stadt Addida, welche Josephus (XIII. 6, 4) als auf dem Berge liegend und die Gefilde beherrschend bezeichnet (1. Makk. 13, 13: Adida im Anblicke der Ebene), in deren Umgebung (%00Qiov) Aretas den Alexander besiegt (das. 15, 2), und wo Vespasian ein Lager errichtet, um Jerusalem einzuschließen (Jüd. Kr. IV. 9, 1), identisch ist, lasse ich dahingestellt, doch ist es mir wahrscheinlich. Es ergiebt sich hiermit übrigens auch eine Bestätigung der Lesart unserer Mischnah- und Gemara-Ausgaben, sowie im jerus. Thargum NNN (od.יחי), während die Lesart mit zwei Resch, die sich in späteren Anführungen und Erklärungen findet, oder gar Choron, wie in unfern Ausgaben des jerus. Thalmuds steht, eine aus Unkenntniß entstandene Corruption ist. Sehr häufig kommt der Verfasser auf die Himmelskörper zurück, und an einem Orte besonders (Cap. 72 ff.) will er den Lauf von Sonne und Mond genauer beschreiben. Sehen wir ab von der kindischen Verstellung — der wir allerdings noch in späteren Schriften begegnen —, wie Sonne und Mond in jedem Monate von andern Fenstern ausgehen, halten wir uns blos an die genaueren Angaben über den Monat- und Jahresumlauf, so ersehen wir aus dem großen Nachdrucke, den er auf diese seine Belehrungen legt, daß wir es hier mit einer Kenntniß zu thun haben, welche zugleich einen Act des religiösen Lebens ausmacht. In gleicher Weise wird die Kalenderberechnung in den thalmudischen Schriften behandelt; die Bestimmung des Neumondes, des Monatsanfanges nach dem Umlaufe des Mondes, namentlich die über einen vollen Mondmonat von dreißig Tagen und die zeitweise Anordnung eines Schaltjahres, eines Jahres mit dreizehn Mondmonaten, um den Ucbcrschuß des Sonnenjahres