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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1864-01-01 · 3 · p. Seite 188

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
3 (1864-1865)
Issue
3
Date
1864-01-01
Page
Seite 188 (sequence 26)
Language
German
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188 iv. Munk's Antrittsrede. von dem ich bekennen muß, daß es weder die Wissenschaft einra'nmt, noch das Judenthum verlangt, das vielmehr lediglich der Kirche als ein Besänftigungsopfer dargebracht zu sein scheint. Ein Act gewaltsanr konservativer Kritik ist es ferner, wenn Hr. M. die Phönizier, der Genesis zu Liebe, ihrer Abstammung nach von den Semiten ausschließt und sie Cham zuweist. Daß die Sprache derselben eine durchaus semitische ist gesteht natürlich Hr. M. zu, dennoch will er ihre chamitische Abstammung festhalten und sagt von der Annahme, daß die Genesis Kanaan absichtlich — Hr. M. nennt Dies par malice! — aus den Reihen Sem's Ln die Cham's verwiesen habe: C’est la une eritique fort commode, emanee plutöt d’une certaine eoquetterie sceptique, que da desir de chercher fet de connaitre la verite! Ich glaube im Gegentheil, daß die Kritik des Hrn. M. in diesem Punkte als eine sehr wohlfeile und willkürliche bezeichnet werden wird, indem sie alle Resultate der Sprach- Wissenschaft einer vereinzelten Nachricht, die ihre anderweitige, sehr natürliche Erklärung findet, aufopsert. Die Phönizier, meint er, seien, nach Herodot, vom rothcn Meere hergekommen, aber hätten schon im hohen Altcrthume, zu Abraham's Zeit, sich in Palästina festgesetzt, und so nahmen sie allmälig die Sprache der dortigen semitischen Völkerschaften an. Die frühe Einwanderung der Phönizier wird noch mit dem biblischen והכנעני אן בארץ belegt; mit diesem Beweise wird Hr. M. weder Aben C'sra, noch Spinoza befriedigen. Als chamitische Sprachtrnmmer wird uns das phönizische ״anokh"" oder ״anokhi"" (ich) aufgewiesen, und merkwürdiger Weise findet sich das Wort auch im Hebräischen! Es ist sehr auffallend, daß uns solche Proben conservativer Kritik hier wie sonst mit großer Zuversichtlichkeit dargeboten werden. Es wird, sagt der Vers, später, immer eine Kluft zwischeu dem menschlichen Geiste und dem Absoluten bleiben. Moses hat die Schwierigkeit durchschnitten mit seinem Worte: ״Am Anfänge schuf Gott den Himmel und die Erde/" Er wollte damit nicht der Philosophie die Thür schließen, wohl aber dem Pantheismus und dem Atheismus. Schön ist, wenn der Verf. hinzufügt: ״Dieser erste Vers der Bibel hat die Philo, die Avicebron, die Maimonides Ln der Synagoge, die Albert der Große, Thomas, Duns Scotus in der Kirche nicht verhindert, sich den tiefsten und feinsten philosophischen Untersuchungen hinzugeben."" Aber die unbefangene Kritik hätte doch die abweichende Auffassung dieses Verses, und zwar schon von sehr alten Synagogenlehrern, wie namentlich Raschi und Aben Esra,

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