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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1864-01-01 · 3 · p. Seite 187

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
3 (1864-1865)
Issue
3
Date
1864-01-01
Page
Seite 187 (sequence 25)
Language
German
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IRI
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iv. Munk's Antrittsrede. 187 kenden Gattungsbegriffe des Jndo-Europäismus auf das Hellenenthum beschränkt hätte; eine ehrliche Geschichtsbetrachtung wird doch nur bei den Griechen diese Vorzüge anerkennen und die Versuche der vorangegangenen Völker als verunglückt betrachten müssen. Jedoch berührt das blos nebensächlich die Aufgabe Munk's. Wir rühmen es ferner an Munk, daß er die Lehrer und Denker der Synagoge ebenbürtig neben die der Kirche gestellt hat, ohne diesen ihre Bedeutung entziehen zu wollen. Dieser Muth der Ueberzeugung ist um so achtungswerther, als M. die Nothwendigkeit fühlte, leise aufzntreten, und dieser Nothwendigkeit vielleicht an anderen Punkten mehr eiugeräumt hat, als die Lage heischte und als die Wahrheit billigen mag. Es soll, verheißt er, aus seinen Vorträgen die dogmatische oder theologische Exegese vollständig ausgeschlossen sein. Er beruft sich zur Rechtfertigung dieses Verfahrens auf das einstimmige Zugeständniß der Lehrer der Kirche und der Synagoge, welche manchen Stellen der heiligen Schrift einen doppelten Sinn beilegen: ״einen einfachen, rationalen, geschichtlichen und einen allegorischen, typischen oder dogmatischen." Diese beiden Erklärungsweisen schließen sich nicht aus, sondern gehen neben einander. Er werde sich auf die einfache Erklärung beschränken, wie denn sein Lehrstuhl allein den philologischen und historischen Studien geweiht sei, und werde den Lehrstühlen der Theologie und der heiligen Schriften die dogmatische Exegese überlassen. Er will nicht blos keiner der verschiedenen traditionellen Glaubcnsformen entgegentreten, sondern er will auch nicht, daß sein Stillschweigen als ein stiller und indirecter Angriff gegen Traditionen betrachtet werde, von denen er die einen annehme, während die andern ihm stets ein Gegenstand frommer Hochachtung sein werden. — Wir lassen diese vorsichtigen Acußerungen gelten, die Nachweise aus den Kirchenvätern für die Doppelsinnigkeit mancher biblischen Stelle und die Berechtigung auch des natürlichen Sinnes als eine demonstratio ad hominem, die Versicherung der Achtung für jede religiöse Meinung als eine captatio benevolentiae uns gefallen. Ein Anderes jedoch ist es, wenn Hr. M. in eigenem Namen, nachdem er bemerkt: Die Propheten waren Volksredner, sie mußten vor Allem von ihrem Auditorium verstanden werden, sich demnach den örtlichen und zeitlichen Verhältnissen anschließen, dann hinzufügt: ״Aber zu. gleicher Zeit spielten sie auf gewisse Dogmen und auf gewisse zukünftige Ereignisse an, welche ihre Zeitgenossen noch nicht fähig waren zu verstehen." Das ist ein bedenkliches Zugeständniß,

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