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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1864-01-01 · 3 · p. Seite 167

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
3 (1864-1865)
Issue
3
Date
1864-01-01
Page
Seite 167 (sequence 5)
Language
German
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Mannheimer. 167 Pmsker ist davon die schuldlose Veranlassung, und es schmälert nicht seine Verdienste, die ihm dauernd ein ehrendes Andenken erhal- Len werden. Ein Lebensbild ganz anderer Art bietet uns Mannheimer mit seinem langen, einflußreichen Wirken, ein Mann der unmittelbaren That, der mit warmer Innigkeit für die Glaubensgenossenschast seine reichen Gaben auf sie ansströmen ließ, um sie zu beleben und durch heilsame Institutionen ihr Gedeihen und ihre Förderung zu bewirken. Mannheimer war kein Gelehrter im strengen Sinne, kein stiller, mühsamer Forscher, aber er war ein Mann von sichern! Geistesblicke, der bestimmt wußte, was er wollte, und von ungebrochener Energie, und noch mehr als das, er war ein Mann von tiefem sittliehen Streben, der auf die Macht der Idee vertraute und nnverdrossen au ihrer Verwirklichung arbeitete. Vor mehr denn vierzig Iahren, da er auftrat, und noch lange nachher, gehörte zum Wirken der schöpferische Geist, welcher neue Zustände innerhalb des Judenthums wach zu rufen vermag, die begeisternde Beredsamkeit, die ihre vorzügliehe Macht in der eigenen lebendigen Ueberzeugung, in der Siegesgewißheit des frischen Strebens hat. Diese Gabe hatte M. in hohem Grade; es lag in allen seinen Worten eine Bestimmtheit, ein unverzagter Freimulh, die nicht blos Achtung vor dem Sprechenden, zen mehr ein bibliographisches Gerippe darbietet, als einen Blick in die innere Entwickelung eröffnet, will nicht die Forderung urgiren, daß ein Geschichtschreiber des Karäertbums nothwendig sich den Einblick in die doch nicht so schwer zugänglichen Quellenwerke, die in Leyden zahlreich aufge׳ sammelt, in Paris in bedeutenden Repräsentanten vertreten sind, verschaffen muß, bevor er an die Ausführung eines solchen Unternehmens geht, will es auch übersehen, daß selbst gedruckte Schriften, wie die Neubauer's über David ben Abraham, die vollständig edirte Psalmen-Uebersetzung Jafcth's von Barges (nicht blos das ältere Specimen), der vierte Band deS Ozar nechmad u. s. w. von dem Verfasser ganz unbenutzt geblieben sind; was das Schlimmste jedoch ist, das ist die Kritiklosigkeit, die mit der größten Sicherheit dem arglosen Leser eine durchaus verdächtige Geschichte darbietet. Man müßte ein ebenso umfangreiches Buch schreiben, um die falschen und zweifelhaften Angaben zu berichtigen und ins Klare zu bringen. Dies kann hier nicht meine Aufgabe sein, ebenso wenig will ich einzelne auffallende Belege beibringen, schon um nicht den׳Schein zu erregen, als sei anderes nicht Berichtigte als gesichert anzunehmen. Ich begnüge mich vielmehr mit der allgemeinen Ermahnung, daß man sich hüte, die darin verzeichneten Thatsachen ohne erneute selbstständige Forschung und Prüfung anzunehmen.

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