Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 3 (1864-1865)
- Issue
- 1-2
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 160 (sequence 163)
- Language
- German
- Belongs to
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Äeeenslyneti. 166 Nach den Einen — nnd Dies war nach palästinischem Standpunkt — handeln' alle Verkündigungen der Propheten von der Messiaszeit, was jedoch die zukünftige Welt betrifft, so ״schaute davon Keiner, sie kennt Gott allein" (Jes. 64, 4). So sagt der Palästiner Jochanan, hingegen behauptet der Babylonier Samuel, die Messiaszeit unterscheide sich von dieser Welt, also vom gegenwärtigen Zustande, nur dadurch, daß der Druck der Fremdherrschaft aufhöre, אין בין העולם חזה לימות המשיח אלא שעבוד מלכיוח בלבד. (Berachoth 34b und ParallZ. So begann man Messiaszcit und zukünftige Welt sehr scharf zu unterscheiden; die Scheidung, welche in Palästina noch unbestimmt klang, indem beide Perioden sich in das Wunderbare kleibeten, war in Babylonien ganz bestimmt dahin ausgesprochen, daß die Messiaszeit blos die Befreiung Israelis bewirke, während die zukünftige Welt allein den idealen prophetischen Charakter an sich trage. Dieser dogmatischen Begriffsumwandelung begegnen wir auch hier. Die jerusalemische Gemara spricht gar Nichts von einem Unterschiede der Zeiten, indem sie den Becher ״der Heile" als einen doppelten neben zwei andern bezeichnet; der auch palästinische, aber spätere Bereschith rabba bezieht diesen zweifachen Becher auf zwei Zeiten, die aber ganz hart zusammenfallen ״auf die Tage des Messias und die Gog's". Die Zeit des Gog betrachten die Alten nämlich als hart an die Zeit der ״Auferstehung" sich anreihend; diese nämlich soll in den Nißan, jene in den darauf folgenden Thischre fallen (vgl. hier S. ב״ד, Tur Orach Chajim § 490, Abudraham zu den Mitteltagen des Peßach, ed. Amsterdam 90 u, Parallelen, welche wieder Hr. Z. nicht anführt und deren es gewiß noch ältere giebt), wie denn auch Ezechiel zuerst (Cap. 37) von der Auferstehung, darauf (38 und 39) von Gog handelt. Anders jedoch der babylonische Verfasser der Halachoth gedoloth; für ihn theilen sich die Leiden Becher nach den zwei ganz getrennten Abschnitten der Messiastage und der einstigen Zukunft. — Als ein drittes Beispiel möge der Nachdruck dienen, welcher auf das Zählen der Tage zwischen Peßach und Schabuoth gelegt wird. Schon die Varaitha betont es, daß von jedem Einzelnen gezählt werde, die Gemara geht noch weiter und verlangt, daß bei der Zählung auch immer die Anzahl der Wochen neben den Tagen angegeben werde, und nun legen die Geonim ein solches Gewicht auf diese Zählung, daß sie verschreiben, sie sei mit ihrem Lobspruche stehend vorzunehmen, und dafür glauben sie sogar eine Audeutnng in einer Bibelstelle zu finden (vgl. hier S. 48 f.). Wenn