Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 3 (1864-1865)
- Issue
- 1-2
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 144)
- Language
- German
- Belongs to
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tu einem Syuagogenfeuster. 141 Kunstwerke anzubringen, die zur selbstständigen, zerstreuenden Betrachtung auffordern, so streitet Dies mit der einfachen Erhabenheit, welche der wahre Charakter des Religiösen, das Kennzeichen des Judenthums ist und bleiben soll. Gegen Bildwerke innerhalb der Synagoge ist das Judenthnm nicht mit Unrecht empfindlich. Werden sie dort angebracht, so machen sie entweder einen gewissen religiösen Anspruch, oder sie sind ein fremdartiger Zicrrath. Beides ist ungeeignet. Wir verehren Moses als den, welcher die Gotteslehre Israel gegeben, das Wort, das durch ihn uns vermittelt worden, belebe uns, biete uns religiöse Weihe. Sein Bild ist etwas Gleichgiltiges und soll daher ebenso fern vom Gotteshause bleiben wie ein anderes. Er steht uns zu hoch, um als gleichgültiger Zierrath verwendet zu werden, er steht zu niedrig, als daß sein Bild bedeutungsvoll sein sollte. Die Besorgniß vor einer göttlichen Verehrung, die Moses geweiht würde, liegt allerdings bei einer jeden jüdischen Gemeinde fern, und wäre das in Rede stehende Kunstwerk geräuschlos eingeführt worden, so würde weiter kein Bedenken obwalten. Da aber einmal die religiöse Aengstlichkeit erregt worden ist, so halte ich die Sache für nicht werth, um einen Kampf dafür in eine friedliche Gemeinde zu werfen, nicht von dem religiösen Gehalte, um darin einen anzustrebenden Fortschritt zu erblicken. Eine friedliche Verständigung ist jedenfalls Gott viel wohlgefälliger und mehr im Sinne Mosis. 30. August. VI. Das entblößte Haupt. Wir gedenken nicht, den vor nahe an zwanzig Jahren ausgebrochenen Streit zu erneuen, ob es gestattet oder gar zu empfehlen sei, sich der Kopfbedeckung in unfern Gotteshäusern zu enthalten, oder aber ob es eine Todsünde sei. Die Häupter sind unterdessen gran und kahl geworden und bedecken sich gern, die jugendliche Hitze hat sich abgekühlt, und die ehemaligen Eiferer schauen mit vornehm kluger Kälte auf ihre jugendliche Erregtheit hin. Daß es deßhalb in unfern Gemeinden besser geworden, will ich damit nicht im Entferntesten be-