Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 3 (1864-1865)
- Issue
- 1-2
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 139)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2420973-2420988-2420989--0787-2421865- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Vi, Das Mosesbild 136 zweig auch auf jüdischen Münzen. Er ist hier wie auf den Grabsteinen das Symbol des Sieges, und man überzeugt sich nun auch, daß der Tod auch dem Juden als eine Ueberwindung des Lebens, als siegreiche Vollendung desselben erschien. Es wäre übrigens von großem Interesse, wenn ein Gelehrter, dem die Werke zugänglich sind, ausführlicheren Bericht erstatten wollte. 29. August. V. Das Mosesbild in einem Synagogenfenster. (Ein Gutachten.) Eine mir zugekommene Anfrage lautete: Darf in dem Gotteöhause einer jüdischen Gemeinde ein Bild angebracht werden, ohne daß man dem Gesetze zuwider handele? Als selbstverständlich darf vorausgesetzt werden, daß nicht die Rede ist von einem Bilde, das zur religiösen Verehrung ausgestellt werden soll. Daß ein derartiges Beginnen geradezu der entschiedenste Gegensatz gegen das Judenthum, seinem Geiste und seiner Geschichte nach, wäre, bedarf keiner Erörterung. Es kann sich mir handeln um ein Bild, das irgendwie zum Schmucke, zur ästhetischen Verzierung angebracht werden sott. Im vorliegenden Falle ist die Rede von ״dem Brustbilde Mosis, welches in einem Synagogensenster zur Verzierung mit Oelfarben aus Glas gemalt ist." — Vorausgeschickt muß ferner werden, daß der Ort, wo der Gegenstand angebracht wird, für die Halachah keinen Unterschied ausmacht. Was nach ihr in der Synagoge untersagt ist, ist es auch in jedem Privatgebäude, und umgekehrt ist, was für dieses gestattet ist, auch für die Synagoge nicht verboten. Die halachische Praxis geht sogar im Gegentheile von dem Gedanken aus, daß Manches dem Einzelnen verboten sei, weil der Verdacht eines götzendienerischen Gebrauches Platz greisen kann, während cs für eine größere Gesammtheit gestattet ist. Das Vertrauen zu einer jüdischen Gemeinde steht der