Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 3 (1864-1865)
- Issue
- 1-2
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 137)
- Language
- German
- Belongs to
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134 IV. Grabinschriften. die Gefammtzahl beträgt demnach 43. Die Sprache der Inschriften ist vorwiegend griechisch, es findet sich nicht eine einzige hebräische, nur das Wort שלום befindet sich am Ende von einigen derselben, und ein latinisirter hebräischer Name hat zur Herstellung der richtigen Aussprache ein Schin zur Seite; Inschriften in lateinischer Sprache sind zwölf darunter. Sprache und Orthographie sind, wie auf den gleichzeitigen christlichen Inschriften, höchst incorrcct, es ist geradezu eine Art Jargon; griechische Worte mit lateinischer Flexion und umgekehrt lateinische mit griechischer, Vernachlässigung der Casus und andere ׳ Ungenauigkeiten gehören hier zur Regel, und wenn nun noch gar lateinisch und griechisch gemischt, ersteres mit griechischen Buchstaben geschrieben wird, so hat die Inschrift natürlich ein höchst buntscheckiges Aussehen. Ich gebe hier die in der genannten Vierteljahresschrift gelegentlich ausgezogcncn Inschriften wieder, und man wird fich selbst von dem Gesagten überzeugen; nur muß ich nochmals betonen, daß hier nicht etwa von einem specifisch jüdischen Jargon die Rede sein kann, da die gleichzeitigen christlichen Inschriften an demselben Gebrechen leiden. In den Epigrafi p. 15 lautet eine Inschrift: Nannaeiu8 8010׳ri Chrysidi dulcissime Proselyti (Mannacius seiner Schwester Chrysis, der sehr süßen Proselytin). Im Cimitero p. 32 lesen wir folgende Inschrift: Bsveqcqgcc XVII £7tov {LoiQvrovs [irjGis XV, das soll lateinisch, mit einem griechischen Worte, heißen: Venerosa annorum (dafür anron mit griechischer Endung, aber Beibehaltung des 1׳ aus dem Lat.) 17 &l%s (dafür sxov) maritum (auf der Inschrift der Nominativ!) menses (dafür mesis) 15 ״Venerosa, 17 Jahre alt, hatte (ihren) Mann 15 Monatc." Es mögen noch andere, die in E. N. der Eulogieen wegen angeführt sind, ohne weitere Bemerkung hier folgen: Marcia bona Judea. Dormi (tio) tua i(n) bonis (Cimifc. p. 34), ״Marcia, eine gute Jüdin. Dein Schlaf sei im Gutenl" Alexander bubularius de macello quixit annis XXX. Anima bona omniorium amieus dormitio tua inter dicaeis (— chxalois, daselbst p. 44), ״Alexander der Fleischer vom Fleischmarkt, welcher 30 Jahre lebte. Eine gute Seele, Aller Freund, Dein Schlaf unter den Gerechten!q Evd'adt 'AEIXCLL Icoöris XO VTjTtLOV 7}d0v EX (et!) ßrffl**) TIqo'aottis 0 *) In dem Texte des E. R. scheinen die Worte: 2 Jahre und 8 Monate ausgefallen zu sein, während sie in der englischen Uebersetzung sich, vorfinden.