Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 3 (1864-1865)
- Issue
- 1-2
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 136)
- Language
- German
- Belongs to
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IV. Grabinschriften. 133 genauere Berichte zu geben, damit wir über Gegenstände aufgeklärt werden, welche nach so vielen Seiten hin von großer Bedeutung sind. — 24. Juni. 3. Lateinische und griechische Grabinschriften in Rom. Gleichzeitig erfahren wir von den Entdeckungen alter jüdischer Friedhöfe Ln Italien aus der ersten christlichen Zeit. Schon am An- Anfänge des 17. Jahrhunderts hatte der gelehrte Bosio mit unsäglicher Hingebung die Aufsuchung alter Grabstätten vorgenommen; seine Nachgrabungen waren sehr erfolgreich, er entdeckte christliche Begräbnißorte mit zahlreichen Steinen und Inschriften, ebenso auch einen alten jüdischen Beerdigungsplatz Ln Rom, den er als den jenseits der Tiber wohnenden Juden zugehörig bezeichnete. Der Reichthum der christlichen Entdeckungen, das größere Interesse, welches er für diese hatte, entzog den Ueberresten des jüdischen Alterthums seine Aufmerksamkeit, so daß die Nachrichten, welche über seine Ausgrabungen nach seinem Tode italienisch durch Severani in Roma Sottoronea 1632, dann lateinisch durch Aringhi veröffentlicht wurden, die jüdischen Denkmale sehr karg bedenken, Aringhi nur ein oder zwei dieser Epitaphien giebt. Erst in neuerer Zeit ward die Aufmerksamkeit ernster darauf gelenkt. So wurde 1853 eine Beerdigungsstätte im alten Venusium (Venosa) mit hebräischen Inschriften, 1854 zu Oria, die wichtigste aber 1862 zu Rom entdeckt. Ueber diese hat Ln demselben Jahre Hr. Rafsaele Garucci in einer Schrift Nachricht gegeben: Cimitero degli antichi Ebrei scoperto recentemente in Vigna Randanini, illustrato de R. G.. ferner erschien in demselben Jahre: Nuove Epigrafi Giudaiche di Vigna Randanini. Diese Schriften selbst sind mir nicht zugckommen; blos einer kurzen Notiz in der Edinburgh Review entnehme ich folgende Nachrichten'"). Unter den Namen, welche auf den Grabinschriften erscheinen, sind nur sieben hebräisch, zwölf sind griechisch, viernndzwanzig lateinisch — *) Vergl. noch in Steinschneider's hebr. Bibliographie Nr. 35, Bd. VI. (1863) S. 102 f.