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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1864-01-01 · 1-2 · p. Seite 107

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
3 (1864-1865)
Issue
1-2
Date
1864-01-01
Page
Seite 107 (sequence 110)
Language
German
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II. Zur Geschichte der Maßorah. 107 nachem di Lonsano Ln ״OrThorah" und Jedidia Salomo Norzi in ״Minchalh Schai" sehr Anerkennenswerthes. Des Letzteren Werk, das erst nach seinem Tode gedruckt wurde, ist noch gegenwärtig eine Fundgrube guter maßorethischer Bemerkungen, die namentlich aus Handschriften beigebracht und von dem erfahrenen Blicke Norzi's einsichtsvoll verwendet werden. Wie in verschiedenen Gebieten war auch hier das Wirken der Buxtorfe von großem Einflüsse. Diese bedeutenden Gelehrten, Vater und Sohn, haben für die Verbreitung der Kenntnisse auf biblischem und thalmudischem Gebiete höchst Ersprießliches geleistet, nicht etwa durch neue Erkenntnisse oder durch Vertiefung der wissenschaftlichen Einsicht, sondern der Art, daß sie das überlieferte Gut zugänglich machten, und für dieses große Verdienst mögen ihnen manche Jrrthümer, die sie begangen, nachgesehen werden. Durch die Ausgabe der großen rabbinischen Bibel zn Basel (1619) wurde ebenso wie die Thargume und die rabbinischen Commentare auch die Maßorah zum weiteren Gemeingute gemacht. Freilich hat Buxtorf, wie er im Thargum nicht selten die Lesart willkürlich geändert, auch in der Maßorah zuweilen Aenderungen vorgenommen und meistens dabei nicht das Richtige getroffen; jedoch wurde durch ihn jedenfalls die Maßorah zugänglich, während die frühere Bomberg'sche Ausgabe zur Seltenheit geworden ist, und ferner hat Buxtorf, gestützt auf Elias Levita, in seiner Tiberias eine Anleitung zu deren Studium gegeben. Allein von dieser Anleitung, sowie von manchen anderen erklärenden Werken, die zu der Maßorah veröffentlicht wurden, ist sehr karger Gebrauch gemacht worden; der Einzige, der aus späterer Zeit ein langes Leben hindurch (er starb 1832) sich eifrig mit der Maßorah beschäftigt, in deren verschlungene Gänge einen tieferen Einblick gewonnen, mehrfache kleinere Arbeiten, wie gelegentliche Bemerkungen darüber veröffentlicht, zum Theil auch Handschriftlich hinterlassen hat, ist Wolf Heidenheim. Im Allgemeinen hat die Unkenntniß der Maßorah in einem bedauerlichen Grade zugenommen. Die neuere biblische Wissenschaft, und zwar nicht blos jene, welche sich nach allerhand selbsterdachten Meinungen den Text bildete, sondern auch jene, welche sich streng an den recipirten Text zu halten vorgab, hatte und — hat nicht das geringste Verständniß der Maßorah. Als recipirter Text gilt ihr der, welchen sie gerade in irgend einer, etwa als correct geltenden Ausgabe vorfindet, ohne daß sie untersuchte, ob man es nicht etwa mit Druckfehlern zu thun hat, die erst der letzten Zeit ihre Entstehung ver-

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