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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1864-01-01 · 1-2 · p. Seite 105

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
3 (1864-1865)
Issue
1-2
Date
1864-01-01
Page
Seite 105 (sequence 108)
Language
German
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II. Zur Geschichte der Maßorah. 105 mit der Restauration der Wissenschaften und mit der Verbreitung Men handschriftlichen Gutes durch den Druck entfaltete sich für kurze Zeit in Italien ein Aufschwung, dem wir auch die Aufbewahrung der Maßorah verdanken. Jakob ben Chajim hat das große Verdienst, uns dieselbe in der von ihm besorgten Ausgabe der zweiten rabbinischen Bomberg'schen Bibel (1525), mit sorgfältiger Vergleichung verschiedener Handschriften, überliefert zu haben. Er hat uns ein Werk einsichtsvoller Kenntniß und unsäglichen Fleißes geliefert; er hat für die kleine und die große Maßorah mehrere Handschriften benützt, Differenzen und Schwierigkeiten auszugleichen und zu lösen gesucht, und gewissenhaft gicbt er darüber wie über seine Skrupel Bericht. Auch die maßorethische Uebersicht lag ihm sicherlich vor; diese aber arbeitete er in Betreff der Anordnung vollständig unu Nicht blos daß er in der großen Randmaßorah häufig auf Artikel der Uebersicht verwies, umgekehrt zuweilen in dieser sich mit einer Verweisung auf die große Randmaßorah begnügte, hat er sie auch wirklich zu einer vollständigen Uebersicht zu gestalten versucht, indem er den ganzen maßorethischen Stoff, soweit er nicht ganz vereinzeltes Detail betraf, darin zu verarbeiten suchte, und daß er sie ferner alfabetisch ordnete, sie also zu einem maßorethischen Lexikon umgestaltete, das die Auffindung der maßorethischen Bestimmungen sehr erleichterte. Daß ihm Handschriftenzu dieser Arbeit Vorlagen, ist aus der ganzen Anlage ersichtlich, besonders daraus, daß er unumwunden zu einzelnen Artikeln bekennt, daß die Angaben bald in sich selbst bald mit andern im Widerspruch stehn, und er die Lösung anheimstellt. Allein die Zusammenschichtung der einzelnen zerstreuten Bausteine zu einem wohlgcfügten Bau ist sein Werk. Die Anordnung war ungemein schwierig, er mußte oft schwanken, an welcher Stelle er den einzelnen Artikel unterbringen solle, im Laufe der Arbeit selbst — und dieselbe schloß sich ja blos als einzelner untergeordneter Theil an das große Werk einer vollständigen Bibelausgabe mit Thargum und einer Anzahl Commentare an — änderte er zuweilen seinen Plan, und so sind manche Artikel ausgefallen, die er entweder nicht unterzubringen wußte, oder später vergaß*). Daß er manchen Artikel absichtlich zu- *) Er verweist zuweilen selbst auf andere Orte, wo er die gemachte allgemeine Angabe ausführlich detailliren will, es findet sich aber dann daselbst nichts, vgl. z. Bbei Frensdorfs, Ochlah w' ochlah Anm. zu Nr. 48, 51, 60, 219, er giebt aus Versehen Artikel zwei Male, vergl. das. zu

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