Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 3 (1864-1865)
- Issue
- 1-2
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 105)
- Language
- German
- Belongs to
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1Ö2 II. Zur Geschichte der Maßorah. Lm Wörterbuches und in Rikmah (S. 143) an, dies geschehe sowohl hier als Lei andern Wörtern mit Kos, um zu verhüten, daß dasselbe nicht mit Khaf verwechselt werde. Kimchi a. den a. O. und unter!יקד sagt, es sei לתפארת was man mit euplioinciiin wiedergiebt, oder es solle das in der Aussprache ausgestoßene Jod damit ersetzt werden. Richtiger werden wir es wohl dahin prä'cisiren, daß das unvocaliflrte Kos sich gern dem folgenden statt an den vorangegangenen Buchstaben und Vocal anschließt, daß daher namentlich wenn ein Kehlbuchstabe oder das denselben verwandte Resch auf das Kof folgt, ein zu enger Anschluß daran und daher die Herübernahme des Vocals zum Kof besorgt wird, so daß etwa ןקהת gesprochen würde: ji-kat. Aus diesem Grunde wird das Kof mit einem Punkte versehen — der natürlich kein verdoppelndes Dagesch ist — zum Zeichen, daß das Kof an seiner Stelle festzuhalten, für sich allein auszusprechen sei. Ein vorangehendes Jod ist aber als Konsonant viel zu schwach, als daß dasselbe das Kof festhalten könne, und man schob, wenn es anging, den Vocal lieber auf einen vorangehenden Consonanten zurück, der eher die Kraft hatte, das Kof an sich zu schließen. Deßhalb nun befolgte man in diesen Fällen das System Bcn-Nafthali's, wenn man es auch im Allgemeinen nicht annahm, und pnnctirte לי?ןהת ,ביקתתיך. Wenn nun schon Saadias durch diese Punctation zu einer falschen Ableitung veranlaßt wurde, so muß dieselbe zu seiner Zeit schon vollkommen festgestanden haben, die abschließende Schule, welche sich hier für Ben-Nafthali entschied, schon vor Saadias gewirkt, B. Naf. und Ben-Ascher selbst aber noch geraume Zeit vorher, also spätestens in der Mitte des neunten Jahr- Hunderts, geblüht haben. Solcher Fälle lassen sich verschiedenartige anführen; sie bekunden, daß die beiden Schulen verschiedene Systeme repräsentiren, daß unser Text zwar im Ganzen und Großen der des Ben-Ascher folgt, daß aber die späteren Schulen, welche die Entscheidung getroffen, sich *) Im Verfolge der in voriger Anm. angeführten Stelle: ודגשוקו״ף יקהת ,להוהיר שהוא קו״ף ולא כ״ף ,כאשר עשו בק״וף ביקרותיך ,ובק״וף אם ןרןי עון,כמו שפרשתי בכתמים?\ Das Wort כתמים ist Luzz. Unverstandlick, weßhalb er ein Fragezeichen dazu setzt; es ist blos eine andere Uedersetzung des (bunte Steine), des arabischen Titels seiner Grammatik, wofür Juda ben Thibbon הרקמה setzte.