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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1864-01-01 · 1-2 · p. Seite 99

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
3 (1864-1865)
Issue
1-2
Date
1864-01-01
Page
Seite 99 (sequence 102)
Language
German
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II. Zur Geschichte der Maßorah. 99 mit früh begonnen, daß die Maßorah, die kleine am Rande, die große oben und unten, bald nach der Form, wie wir sic in Handschristen und Drucken nun vor uns haben, angefertigt wurde, beweisen uns die Ueberreste der ältesten Bibelhandschristen, die uns in neuerer Zeit zugänglich geworden; der Codex aus dem Jahre 916, welcher nach babylonischen Regeln geschrieben ist, hat eine vollständige Maßorah nach den beiden genannten Gestalten. Derselben Zeit spätestens gehören auch die Schulen Ben-Ascher's und Ben-Nafthali's an, deren Differenzen schon die feinsten Specialitäten der Punctation und Accentuation betreffen. Bekanntlich sind diese Differenzen in einer Liste am Ende der rabbinischen Bibeln zusammengestellt; allein die dortigen Angaben sind nicht ganz correct, daher unzuverlässig und bedürfen der Berichtigung durch Vergleichung guter Handschriften, und namentlich durch Benützung der Mittheilnngen, welche uns die alten Grammatiker Abulwalid, Aben Esra und Kimchi machen. Durch sie erst werden wir häufig von den einzelnen Beispielen auf die allgemeinen abweichenden Grundsätze hingeführt, welche diese beiden alten Schnlhäupter geleitet haben. Die richtigere Erkenntniß dieser abweichenden Grundsätze ist ein wesentliches Moment der späteren Textesgeschichte; bis jetzt ist aber dafür, mit Ausnahme einiger gelegentlicher Bemerkungen Wolf Heidenheim's, durchaus Nichts geschehen. Wie eingreifend dieselbe ist, möge hier nur an einem einzelnen Beispiele nachgewiesen werden. Das Wort בי?ןר1תיף, das wir Ps. 45, 10 lesen, übersetzt Saadias (vergl. Ewald, Beiträge S. 36 f.) mit , deine Dienerinnen, und erläutert es, es sei der Pl. von mfD 3. Mos. 19, 20, welches Dienerin bedeute*)׳ Dagegen spricht sich Dunasch an zwei Stellen aus in seinen handschriftlichen Glossen gegen Saadias. Unter dem Buchstaben Beth sagt er: ופירש בקרח תהיה אקר וכן סירש ביקרותיך ותמה גדול יש בזה היאך יתכן לבשר נביא י״י שמצפין ישראל לבנות חלוקות וביקרותיך אינו דומה לבקרת לפי שהיוד הוא מיסוד המילה ופתרונו בנורת מלכיכם היקרות מיקרותיך (?ויק׳.!) מן לשון יקר וכבוד היהודיות נצבות לימינך (.Er (S,, .בכתם אופיר •הבן ולמר והסתכל מי החוטא ומי המוצא ״) Die Erklärung lautet im Originale (nach Rüdiger): 0_צ£ן בקרת תהיה ütej>Lביקרותיך 5<־ Nun übersetzt er zwar im Levit. 8^ castigata, allein er schließt aus der Stelle, die Bedeutung sei: Dienerin, die geschlagen werden dürfe. 7*

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