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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1864-01-01 · 1-2 · p. Seite 98

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
3 (1864-1865)
Issue
1-2
Date
1864-01-01
Page
Seite 98 (sequence 101)
Language
German
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98 Ü. Zur Geschichte dev Maßorah. sie brauchten nicht als Rollen geschrieben zu sein, sie konnten die Buchform haben, es konnte ein einzelnes pentateuchisches Buch abgeschrieben werden, öder umgekehrt der Pentateuch verbunden mit den Propheten und Hagiographen, und manche andere Erleichterung wurde für sie gestattet. Dennoch sah man auf diese Exemplare, die sich von den Synagogenrollen sehr wenig unterschieden, mit einem gewissen Mißtrauen hin; es lag die Besorgniß nahe, man werde sie auch für den Gottesdienst gebrauchen, wozu sie doch nicht tauglich waren. Nun aber erweiterte sich die Kluft zwischen beiden Arten von Handschristen, die Besorgniß sie zu vertauschen schwand, und so ging man für die Privathandschristen auch viel ungebundener zu Werke. Die Punctation machte die verschiedenartige Bestimmung zur Genüge kenntlich; die Synagogenrollen mußten nach wie vor ohne dieselbe bleiben, war sie hinzugefügt, so war die Möglichkeit, ein solches Exemplar zur öffentlichen Vorlesung zu gebrauchen, abgeschnitten. Mit um so größerer Freiheit konnte man nunmehr solche Exemplare behandeln, konnte man nach freiem Ermessen außerhalb des Textes Verschiedeuartiges, das sich demselben anschloß, hinzufügen. So konnte das Thargum früher keine Stelle in der Bibelhandschrift finden; nunmehr erlaubte man sich, und zwar gewöhnlich Vers nach Vers im Innern selbst oder auch das Ganze auf einer besonderen Columme, dasselbe gleichfalls aufzunehmen. Früher blieben die Keri's ausgeschlossen, sie gehörten der mündlichen Ueberlieferung an; nun setzte man dieselben an den Rand, indem man im Texte selbst sie schon dadurch bezeichnete, daß das Chethib die Vocale des Keri erhielt. Nun war aber auch der Mittheilung der einzelnen maßorethischen Bemerkungen eine passendere Stelle ermittelt, indem sie den einzelnen betreffenden Bibelversen an die Seite gestellt werden konnten. Dem Gange des eingeschlagenen Verfahrens nach ist nämlich vorausznsetzen, daß ehedem die maßorethischen Bemerkungen in besonderen Büchern zusammengestellt waren, wie wir den Ansatz dazu im Tractäte Soferim sehen. Ein solches Buch war wohl das ,מהוורא רובא ״der große Cyklus", Ln welchem eben alle bis dahin gemachten Wahrnehmungen zusammengestellt waren (vergl. Anführungen daraus bei den Alten Ln PLnsker's Lickute, Text S. 31 11. 32). Als sich nun aber die bequemere Gelegenheit fand, die einzelnen Bemerkungen alsbald am geeigneten Orte anzufügen, bediente man sich lieber dieses Verfahrens und schrieb dieselben an die Ränder, kurz an den Nebenrand, ausführlicher über und unter dem Texte. Daß man da-

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