Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 3 (1864-1865)
- Issue
- 1-2
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 97)
- Language
- German
- Belongs to
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94 H. Zur Geschichte rer Maßorah: . handene Jod nach Lamed ansgekratzt und den dadurch entstehenden leeren Raum durch die Verbreiterung des Lamed ausgefüttt haben? Mir scheint diese Erklärung des großen Lamed in diesem Worte ganz nach dem Gcdankcngange der damaligen Zeit. Aehnlichen Correcturen verdanken ja auch die Seltsamkeiten in למרבה Jes. 9, 6 ihre Entstehung (vgl. Urschrift S. 290). — Betrachten wir nun noch das kleine Jod in 5 תשי Mos. 32, 18, so bemerken wir alsbald, daß cs überhaupt überflüssig ist, da die Form regelrecht תש heißt =־ תט. Man scheint jedoch an dieser (unpunctirten) Form Anstoß genommen zu haben; denn תש heißt im Spa'thebr. schwach, und man würde dann verstanden haben: Gott sei schwach. In der Thal spielt auch Sifre z. St. mit dieser Bedeutung. Um solcher uuchrerbietigen Auffassung zu entgehn, setzte man wohl erst später ein Jod hinzu, bezeichnete es als Zusatz jedoch durch die kleinere Form. So bietet uns der Traetat Soferim eine bedeutende Erweiterung der maßorethischen Arbeit, aber er steht noch immer auf dem alten Standpunkte des uupunctirten Textes. Er kennt, gleich Scfer Thorah, nur die Vorschrift, daß aus einem Exemplare, das die Versanfänge bezeichne, nicht vorgelesen werden dürfe (C. 3, § 7)ן von den Vocalen weiß er Nichts, wenn er daher אל und אל von ל^ unterscheiden will, so weiß er sich nur des unbeholfenen Ausdruckes zu bedienen, dieses sei heilig als Gottesname, jene ״profan" (C. 4, § 8, 9), und natürlich kennt er um so weniger die Accente*). — *) In C. 13, § 1 ist die abweichende LA., welche sie einschmuggeln will, blos der Jrrthum eines unverständigen, doch sich geistreich dünkenden Abschreibers. Nachdem nämlich im vorhergehenden Cap. über die stichifche Anordnung mancher Lieder genaue Vorschriften gegeben wurden, heißt es hier, bei andern Liedern stehe darüber Nichts fest, allein der geübte Schreiber ״ מרצפן במפתחות באותיות בסוףder hege die Verse ein mit leeren Räumen und mit Buchstaben am Schluffe der Zeile", d. h. er schreibe einen einzelnen Vers auf die Zeile und wisse diese dadurch auszufüllen, daß er, wo es nöthig ist, offene Räume macht und an den Schluß einzelne Buchstaben von dem folgenden Verse als Custoden setzt. Wer sorgfältige Bibelhandschriften gesehen, kennt das Verfahren. Ein Leser, der dies jedoch nicht verstand, glaubte eine sehr sinnreiche Correctur zu machen, indem er für die drei letzten Worte setzte: ״ בפתיחות באתנחייתא וסוף פסוקdurch offene Räume Lei den Athnachs und den Söfpasuk". Da haben wir mit einem Male Namen für Accente, aber auch zugleich die Unwissenheit des