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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1864-01-01 · 1-2 · p. Seite 90

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
3 (1864-1865)
Issue
1-2
Date
1864-01-01
Page
Seite 90 (sequence 93)
Language
German
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so II. Zur Geschichte der Maßorah. Vorangegangenen zusammen, und zwar so, daß auch hier ehedem ein solcher Jrrthum vorgefatten, etwa das erste He vergessen worden. Nun befindet sich aber bei der Sticheneintheilung dieses Liedes das in Rede stehende Wort am Anfänge der Zeile, es war also nichts Vorhergehendes auszukratzen, und es blieb Nichts übrig, als das He anzuhängen*). Dennoch hat die jerus. Gemara bereits eine künstliche Deutung mit den Worten: ׳ תגמלו זאת הא לה' תגמלו זאתnSn ״Ha, dem Herrn vergeltet ihr Solches!" Daraus entwickelte sich dann eine dieser Auffassung entsprechende neue Auszeichnung. Nicht klein angehängt sollte das He werden, im Gegentheile, als besonderes Wort und recht bemerkbar geschrieben werden; dieser Vorschrift, wie sie schon Soferim vorträgt, folgt die spätere Maßorah, folgen die Punktatoren, welche He mit Lamed verbanden, als wären sie von dem Gottcsnamen gesondert, ohne Rücksicht auf diesen punctiren, so daß wir statt des regelmäßigen 'הלה die monströse Form הלה lesen. Ueber diese abweichende Schreibung und Punctation sind die seltsamsten Dinge vorgebracht worden, die alle wegfallen, wenn wir der Entstehung nachgchcn. Nun aber erfahren wir im Soferim noch Neues dieser Art. Das erste Wort der Schrift soll mit weitläufigeren Buchstaben geschrieben werden, der erste Buchstabe besonders geschmückt. Das ist gewöhnliche kalligraphische Manier, den Anfang eines Buches, selbst eines größeren Abschnittes in der Art auszuzeichnen, wir finden dieselbe auch in den für den Privatgcbrauch bestimmten biblischen Handschriften so constant beobachtet, daß wir uns nicht wundern, daraus auch eine gesetzliche Vorschrift gemacht zu sehen. Um so ferner liegt uns die aggadische Spielerei, dafür erst eine Deutung aufzusuchen, und dennoch entsprach dies dem damaligen Geschmacke. Die Schreider hielten auch später daran fest, doch beschränkten sie die Vorschrift der alten Soferim dahin, daß sie nicht das ganze Wort groß schrieben, sondern bloß den ersten Buchstaben, und dasselbe halten sie noch für *) Vielleicht hatte der ursprüngliche Text auch gar nicht He am Anfange, und nur um der Mißdeutung vorzubeugen, als ermahne der Prophet: dem Herrn sollt ihr Solches erweisen, ward die Fragepartikel erst später hinzugefügt, und daß sie hinzugefügt worden, durch ihre Stellung außer der Reihe bezeichnet; ein ähnliches Beispiel von angefügtem He, um Mißverständnissen vorzubeugen,, vgl. Urschrift S. 342.

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