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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1864-01-01 · 1-2 · p. Seite 86

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
3 (1864-1865)
Issue
1-2
Date
1864-01-01
Page
Seite 86 (sequence 89)
Language
German
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86 II. Zur Geschichte der Maßorah. betrachtenden, von denen die meisten auch schon in ein höheres Alter hinaufreichen u. s. w., zu geschwcigen der großen und kleinen Buchfiaben, von denen wir freilich bisher noch Nichts gehört, die aber doch kaum jünger sein werden, jedenfalls bald austauchen, und so Dieles Andere, worauf maßorethisch großer Nachdruck gelegt wird. Das war eben lediglich Sache der ״Schreiber", und während man die allgemeinen Satzungen ihnen als Verhaltungsregeln vorzeichnete, überließ man ihnen die Einzelnheiten, die sie dann auch als speciclle Fachgelehrsamkeit pflegten. Die Lücke füllt daher auch der Tractat ״Soferim", der Tractat der Schreiber aus, welcher sich auf einzelne Mittheilungen einla'ßt, die thalmudischen vervollständigend und neue angebend, aber auch jene halachischen Satzungen, welche bereits Sefer Thorah enthielt, mit einzelnen unbedeutenden Abweichungen, vollkommen aufnimmt. Er gehört offenbar einer etwas späteren Zeit an und, was vorzugsweise beachtenswerth ist, einer anderen Gegend. Die Halachah hatte ihre vollständige Ausbildung in Babylonien erfahren, und so finden sich, wenn auch blos gelegentliche und vereinzelte, maßorethische Mittheilungen in reicherem Maße in der baby- Ionischen als in der palästinischen Gemara. Allein das Handwerk der Bibelabschriften scheint besonders in Palästina gepflegt worden zu sein, und dort gründeten sich Schulen der Abschreiber, welche die Bestimmungen, die wir maßorethische nennen, weiter ausbildeten, hie und da auch von alten, in Babylonien festgehaltenen Bestimmungen abweichen, woraus nach und nach die später zusammcngestellten Abweichungen zwischen den Madinchae (Babyloniern) und Ma'arbae (Palästinensern) erwuchsen. Während nun selbstverständlich die ba- Lylonische Gemara, ebenso das recipirte Thargmn zu Pentateuch und Propheten, deren ersteres den Namen des Onkelos, letzteres des Jonathan trägt, welches aber in Babylonien seine Schlußredaction erhalten hat, die babylonischen Bestimmungen wiedcrgiebt: so bietet der Tractat Soferim die spätere palästinische Ausbildung, und er ist das erste Werk einer beabsichtigten Zusammenstellung maßorethischer Wahrnehmnngen, auf der sich dann unsere verschiedenen Maßorah's erbaut haben. Dieser Tractat hat demnach die bereits durch den Thalmud bekannten Mittheilungen über die zehn pentateuchischen Stetten, Ln welchen einzelne Buchstaben mit Punkten oben versehen sind (C. 6, §3), über die 3 Bücher mit abweichenden Lesarten (das. § 4), über die Wörter, welche gelesen werden, obgleich sie nicht im Texte stehn und umgekehrt (das. § 8. 9), jedoch nach palästinischer Annahme (vergl.

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