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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1864-01-01 · 1-2 · p. Seite 84

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
3 (1864-1865)
Issue
1-2
Date
1864-01-01
Page
Seite 84 (sequence 87)
Language
German
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84 II. Zur Geschichte der Maßorah. gegentritt. Die ganze Stellung dieser Variante möchte übrigens andeuten, daß sie ein späterer Zusatz ist aus einer Zeit, in welcher der Ausdruck ״Maßoreth" bereits einen umfassenderen Sinn angenommen hatte und man, weil man ihn bei der Aufzählung der althergebrachten Beschäftigungen mit dem Bibeltexte ungern vermißte, ihn anfügte. Aus diesen Nachweisungen ist ersichtlich, daß die Anfänge der Maßorah hoch hinauf reichen, daß schon im zweiten Jahrhundert eine Anzahl von Bemerkungen als überliefert feststand, die im Laufe der Zeit immer mehr bereichert wurden. Allein sie wurden nicht besonders zusammengesteüt, sie hatten in ihrer Zusammenfassung keinen besonderen Namen, der gegenwärtige Name ״Maßoreth (—rah)," der blos allgemein ״Ueberlieferung" bedeutet, ward für eine gewisse Classe von Vocalisationen gebraucht, die halachisch von Einfluß waren, vor irrthümlicher Gesetzesanwendung bewahren; im Ganzen galt diese Thätigkeit als eine solche der ״Abschreiber", סופרים, deren Sorgfalt man sehr hoch schätzte und sie als eine von uralter Zeit her geübte betrachtete. Ja, man wußte auch, daß die ״Schreiber", welche denselben Namen trugen mit den alten Schriftgelehrten, den frühesten Begründern der Halachah, ihre Sorgfalt so weit trieben, sogar die Anzahl aller einzelnen Buchstaben der ganzen heiligen Schrift festzustellen, und man deutete danach ihren Namen ״Soferim" dahin um, daß es nicht ״Schreiber," sondern ״Zähler" bedeuten solle. Die Lnteressante Stelle, welche dieses mittheilt, und die ihrer Sprache nach eine'Baraitha zu sein scheint, befindet sich Kidduschin 309. und lautet: לפיכך נקראו הראשונים סופרים שהיו סופרים כל האותיות שבתורה שהיו אומרים ואייו דגהון הציין של אותיות של ס,פר תורה ,דרש דרש הציין של תיבות ,והתגלה של פסוקים ,יכרסמנה הויר מיער ע״ין דיער חציים של תהלים ,והוא רחום יכפר עון הציו דפסוקים• ״Deßhalb werden die Früheren ״Soferim" genannt, weil sie alle Buchstaben der Schrift zählten. So sagten sie, das Waw in גחון Levit. 11, 42 sei die Hälfte sämmtlicher Buchstaben des Pentatcuchs, דרש ררש das. 10, 16 der Wörter, והתגלה das. 13, 33 der Verse, ebenso das Ain in 14 ,80 מיער die Hälfte (der Buchstaben) der Psalmen und 78, 38 die Hälfte der Verse". Und wirklich giebt daselbst eine Baraitha (רחנו רבק) an, die Anzahl der Verse des Pentateuchs betrage 5888, die der Psalmen acht weniger, die der Chronik acht mehr. Dennoch haben die Thalmudisten sich mit diesen allgemeineren Angaben begnügt, und sind nicht weiter speziell darauf eingegangen, ja sie sagen ausdrücklich, man habe in Palästina

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