Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 3 (1864-1865)
- Issue
- 1-2
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 86)
- Language
- German
- Belongs to
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II. Zur Geschichte der Maßorcrh. 83 2^1י1א NO'PV 1"׳1 רויותא »־ץ״Megi«ah 16b) und Aehnliches. So kennen sie auch die Stellen, in welchen Worte geschrieben und nicht gelesen, umgekehrt solche, in denen Worte fehlen, die dennoch gelesen werden und viele abweichende Lesarten in ganzen Worten oder einzelnen Buchstaben (Khetib und Keri), namentlich auch die Abweichungen, welche der Ehrerbietung und des Anstandes wegen vorgenommen worden, sie haben Traditionen über tendentiöse Aenderungen, wie die ״Thikkun Soferim" und die Aenderungen, welche sich die griechischen Uebersetzer erlaubt haben; über alle diese Punkte ist ausführlicher bereits Urschrift S. 232—423 und 439—447 gehandelt worden. Sie sprechen selbst über zweifelhafte Verbindungen im Satze und geben fünf Stellen an, bei bcneu es unentschieden ist, ob ein Wort zum ersten oder zum folgenden Satztheile des Verses gehört (vgl. Urschrift S. 443), zehn Stellen, in denen der Ausdruck der Schlußfolgc vom Leichteren zum Schwereren (קל והמר) angewendet wird, gewöhnlich durch אף כי oder ואיך bezeichnet oder auch bloß im Sinne liegend (Bereschith rabba C. 92). Auch ungewöhnliche grammatische Einzelheiten entgehen ihrer Aufmerksamkeit nicht. Wenn an einigen Stellen בלילה הוא ohne den nöthigen Artikel vor dem Pronomen vorkommt — was wohl ohne Zw eifel Abschreiber-Jrrthnm ist durch die Aufeinanderfolge dreier He —, so bemerken und deuten sie diesen Verstoß gegen die Grammatik. Auffallende Aussprache, wie daß ארץ mit dem Artikel ארץ gelesen werde, daß שמלם und מצרלם die Dualform haben, ohne eine Dualbedeutung zu haben, registriren sie unter der Benennung מקרא סופרים,,die Lesevorschrist der Schreiber, sorgsam und betrachten sie als alte Tradition (הלכה למשה מסיני), was ihnen überhaupt von allem Ungewöhnlichen gilt (vgl. Urschrift S. 25lff.). Schon in Esra's Zeiten, lehren sie, anlehnend an Nehem. 8, 8, habe man sich sorgsam mit der richtigen Lesung des Textes, mit dessen chaldäischer Uebersetzung, mit der Versabtheilung, der innern Satzverbindung beschäftigt (Megillah 3a, Nedarim 37b). Eine Variante (לאמרי לה) für das Letztere, die innere Satzverbindung nämlich (פיסקי [פיסוק] מעמים, die Abtheilung nach dem Sinn), ist: ״die Ueberlieferungen" (המסורות oder המסורת), worunter also blos eine einzelne Gattung der überlieferten näheren Bestimmungen zu verstehen ist, und zwar wohl eben wieder diejenige, welche wir am Anfänge als ״Maßoreth" kennen gelernt haben, nämlich die überlieferte Aussprache, die einer falschen Auffassung der Stelle ent- 6*