Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 3 (1864-1865)
- Issue
- 1-2
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
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80 II. Zur Geschichte der Maßorah. sei zwei Wochen hindurch unrein, und nicht etwa 70 ,שבעים Tage lang, 2 Mos. 23, 19 und Parall. בחלב, das Böcklein dürfe nicht in der Milch der Mutter gekocht werden, und nicht etwa בחלב, in deren Fette (Sanhedrin 4a. vergl. diese Zeitschr. I. S. 290 f). In weiterem Sinne kommt das Wort in den thalmudischen Schriften nicht vor, die andere später üblicher gewordene Form מסורה ist ihnen gleichfalls unbekannt. Wenn demnach der Ausdruck ״Maßoreth" ausschließlich die überlieferte Aussprache, die Vocalisation bedentete, so beschränkte sich doch die Sorgfalt für die Einzelheiten des Textes nicht darauf, man achtete vielmehr auf jede Eigenthümlichkeit, die, von dem Gewöhnlichen abweichend, die Aufmerksamkeit erregte, verzeichnete sie und stellte sie fest. So kennt die Mischnah Peßachim 9, 2 bereits den Punkt über dem He von 4 רהקר־־ו Mos. 9, 10, indem Joße ihn schon zu einer Gcsetzesdeutnng benützt, derselbe Joße kennt und deutet auch andere von den zehn, bereits in Sifre zur angef. St. znsammcngestellten Versen des Pentateuchs, in welchen sich solche Punkte über einzelnen Wörtern oder Buchstaben befinden (vergl. Lesestücke aus der. Mischnah S. 87), und derselbe kennt und deutet auch die eine Stelle aus den Hagiographen, welche neben vier Stellen aus den Propheten eine solche Eigenthümlichkeit aufwcist, nämlich Ps. 27, 13 (vergl. Urschrift S. 257 f.). Ich habe bereits die Vermuthung ausgesprochen, daß dieser Joße nicht der sonst schlechtweg mit diesem Namen bezeichnete Schüler des Akiba, sondern der Galiläer sein dürste, der Zeitgenosse Akiba's, der alte Traditionen und Erklärungen sorgsam bewahrte und wie sein Sohn Elieser dem Bibelstudium besonders ergeben war. Zu seiner Zeit nun standen bereits diese Punkte so fest, daß man ihre ursprüngliche Bestimmung, den Zweifel an der Richtigkeit der Lesart anzudeuten, nicht mehr kannte, sondern daran verschiedenartige Deutungen knüpfte. So bemerkt ferner bereits die Baraitha in Beziehung auf die beiden Verse 4 Mos. 10, 35 und 36, sie seien am Anfänge des ersten und am Ende des zweiten mit eigenthümlichen Zeichen versehen (נקוד עליו מלמעלה ומלמטה, Sifre z. St. oder פרשה זו עשה לה הק״בר, סימניורה מלמעלרה ומלמטרה Schabbath 115b.), und sie weiß wohl noch den eigentlichen Grund dieser Zeichen; es sind Klammern, die die Stelle als nicht ganz in den Verlauf der Erzählung gehörig, diese unterbrechend, bezeichnen מפני שאין וה מקומו, wie cs in Sifre, oder לומר שאין זה מקומה,