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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1864-01-01 · 1-2 · p. Seite 66

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
3 (1864-1865)
Issue
1-2
Date
1864-01-01
Page
Seite 66 (sequence 69)
Language
German
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66 1. 12. In -er Zerstreuung. dischen Volkes? Sie waren von einem harten Schlage getroffen, und so lange er auch vorausgesehen war, so sehr sie auch darauf vorbereitet gewesen sein mögen, sie standen da tief erschüttert, im In-- nersten ihres Herzens getroffen und gebrochen. Das Sadducäerthum war vernichtet. Was sollten nun die Priester und die Großen? Die Priester mit dem Dienste im Tempel, mit dem Opferwesen, waren aus den heiligen Räumen verbannt, diese selbst entweiht, man sah kaum mehr deren Spuren, was sollten sie? Sie sollen, wie die Sage berichtet, die Schlüssel zum Tempel und zu den heiligen Zellen nach der Höhe emporgeschleudert haben: ״Wahre sie selbst auf, Vater im Himmel, wir können sie nicht mehr gebrauchen." Sie konnten es auch nicht, zurückgereicht werden sie. ihnen nimmer werden. Andere haben unterdessen Schlüssel zum Heiligthume sich gemacht, auch sie werden dieselben zur Zeit, die hereinbricht, gen Himmel werfen können; der Himmel wird der allgemeine Tempel sein und den Schlüssel führt der Vater dort oben. Die Großen und Vornehmen, was wollten sie nun? Es war kein Schatten weltlicher Herrschaft mehr da, es gab keinen Kampf mehr um Amt und Würde, keine Sonderung und Erhebung über das Volk; ein Druck umfaßte Alle, ein Grab deckte alle Herrlichkeit. Die Sadducäer schwinden aus der Geschichte. Die Eiferer, die Kannaim, standen da in finsterem Grolle, in brntendem Unmuthe; aber was nützt der Groll gegenüber der Uebermacht? Sie nährten noch eine lange Zeit Nachepläne in sich, ein Guerillakrieg verwüstete noch weiter Judäa, einzelne Festungen, Neben- Posten, wurden noch eine Zeit lang vertheidigt mit kühnem Heldenmuthe, — auch sie fielen. Sie schürten noch weiter die Flammen an, um noch mehr darin verzehrt zu werden. Noch zwei Menschenalter später brach eine Empörung aus, ein neuer Messias stand auf, Ben Kosiba warf sich an die Spitze mehrerer kühner, verwegener Männer, fand Anhang und Vertrauen selbst bei Besonnenen und Nüchternen, war ein Held im vollen Sinn des Wortes, wußte mit einer kleinen Schaar dem mächtigen Rom Jahre lang zu widerstehen, der hadrianische Krieg nahm große Dimensionen an, — natürlich zum weiteren Untergange des schwachen Ueberrestes und zu tieferem Drucke desselben. Der Römer, sonst wenig daran gewöhnt, die Religion des Feindes zu verfolgen, fühlte wohl, daß hier eine geistige Kraft sei, die ihm mehr Widerstand leiste als die schwachen Leiber, und er wüthete gegen das Judenthum und seine Bräuche. Todes-

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