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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1864-01-01 · 1-2 · p. Seite 56

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
3 (1864-1865)
Issue
1-2
Date
1864-01-01
Page
Seite 56 (sequence 59)
Language
German
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56 11 .ז. Das ChxistenLhum als kirchliche Weltmacht. * kannt wich, inniger Friede die Menschheit umschlingen und beseligen wird, in diesem Blick auf eine veredelte Zukunft der Wahrheit und der Menschenvcrbrüderung lag eine entschiedene Kraft, die dem Juden- Lhume Dauer und Mnth verlieh, ein nicht zu verkümmerndes Selbstvertrauen, das Hand in Hand mit der Entwickelung der Menschheit geht. Entgegen der Sage des Griechenthums, welche das goldene Zeitalter mit der Wiege der Menschheit beginnen läßt, während immer werthlosere Zeiten darauf folgen, bewahrt das Judenthum den hohen Glauben, daß die Menschheit der fruchtbare Boden ist, auf dem die geistige Saat reifen soll. Daher auch die mächtige Ausdauer innerhalb des Judenthums; diese Hoffnung hat sich dem Judenthum als erhaltende Kraft durch die Jahrhunderte bewährt. Wenn nun aber gar diese Hoffnung nicht blos als eine fernliegende, in weiter Zukunst begrüßt, wenn sie als eine nahe geschildert wird, wenn Zeiten emtreten, in denen kühne Männer es aussprachen: Die gegenwärtige Welt ist in sich zerfressen, ist schon in ihrer Grundlage zertrümmert, cs muß, es wird bald die neue Welt, die messianische Zeit erscheinen, da gab dieses Vertrauen, dieser Blick auf die nahe Zukunft, in der eine vollständige veredelnde Umgestaltung sich erzeugen muß, einen Muth und eine Kraft, welche auch den größten Widerwärtigkeiten entgegenzutretcn vermochte. Wir sahen dies in den Zeiten des Makkabäerkampfes, der die ganze Volkskraft fast zertrümmert und dennoch sie nicht beugen konnte, weil die sichere Ueberzeugung von der Umgestaltung der Verhältnisse, die ln den Gemüthern lebte, eine unversiegbare, unerschütterliche Zuversicht verlieh. Wenn nun aber gar der Ausspruch geschieht: Die alte Welt ist untergegangen, ist gebrochen, die neue ist bereits erschienen, eine neue Menschheit, wie sie verheißen worden ist, lebt jetzt, soll jetzt leben: so liegt in diesem Glauben an sich selbst, in diesem Vertrauen, das die Menschheit oder ein Theil der Menschheit in sich trägt, in diesem gesteigerten Bewußtsein von sich eine Macht, die nothwendig, nicht blos intensiv, diesem Theile Zähigkeit verleiht, Ausdauer selbst unter den widerwärtigsten Verhältnissen, sondern die auch imponirend eintritt in die Welt. Ein hohes Selbstvertrauen, der kühne Ausspruch eigner Machtfülle, trägt eine solche Energie in sich, daß die übrige Welt erstaunt, erschüttert dasteht. Sehen wir dies ja bei dem einzelnen Menschen! Tritt er mit der vollen Ueberzeugung seiner eigenen Berechtigung der Welt entgegen, hat er den Glauben an sich selbst, so erlangt er auch

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