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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1864-01-01 · 1-2 · p. Seite 53

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
3 (1864-1865)
Issue
1-2
Date
1864-01-01
Page
Seite 53 (sequence 56)
Language
German
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IRI
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10 .ז. Dritte Phase des Christenthums. Die Heidenwelt. oft mit der vollsten Gewalt auszurüsten und alle Anderen ihrer natürlichen Rechte zu entkleiden. Allein der Absolutismus findet seine Berechtigung in der geschichtlichen Entwickelung, es war seine Aufgabe, die Menschheit zu nivclliren, eine Gleichheit zu erzeugen unter den verschiedenen Ansprüchen, die sich als Ständewesen in seinen verkehrtesten Erscheinungen aufrecht erhalten haben, alle diese Ansprüche, die so hemmend geworden, mit einem Male zu zerbrechen, erst Alle zu Sklaven zu machen, damit dann ans Allen freie Bürger erstehen, deren jedem der Anspruch zukomme je nach seiner Befähigung und seinen Verdiensten. Eine gleiche Aufgabe ist Rom in der großen Geschichte geworden. Rom einigte die Welt unter einem und demselben Drucke, brachte überallhin die Knechtschaft, aber näherte auch die Völker allcsammt und führte sie zusammen. Eine eigenthümliche geistige Kraft und Anschauung hat Rom aus sich nicht entwickelt; was es Ln Beziehung auf das geistige Leben geleistet hat, war Nachahmung, ausgenommen und zwar ausgenommen in ziemlich platter und dürftiger Weise. Die Philosophie siechte unter ihm dahin und wurde in der nüchternsten Auffassung popularisirt; was sich sonst als ein geistiges Erzeugniß geltend machte, war überkommen, entlehnt, auf den heimatlichen Boden verpflanzt, aber nicht von schöpferischer Kraft getragen, nicht aus innerer Gediegenheit stammend. Wenn , so im Allgemeinen das geistige Leben nicht auf hoher Stufe stand, so war es natürlich noch um so weniger der Begriff von Gott, die Götterlehre. Wir haben die griechische Götterlehre gerade nicht als den Höhepunkt ihrer Bildung, ihres geistigen Lebens betrachten können, aber immerhin ist in ihr ein idealer Schwung, das Gesetz der Schönheit ausgeprägt, es sind Gedanken, die zwar in sinnliche Formen gebunden sind und als solche sinnliche Erscheinungen innerhalb des Volkes wurzelten, die aber doch immer zu einer höheren Auffassung den Anstoß geben konnten, und die Philosophie vertiefte diese Auffassung. In Rom ist die Götterlehre eine nackte, das Erzeugniß eines hausbackenen Verstandes. Die Hausgötter, die Penaten und Laren sind gewissermaßen der Mittelpunkt des religiösen Lebens, die Flurgrenze erhält ihre Weihe, die Angelegenheiten des täglichen Lebens, der rohen Volkskraft werden personificirt und als Götter verehrt. Als nun gar bei zunehmender Bildung, bei der Berührnng mit dem Griechcnthume, nicht blos allgemeine Wissenschaft, freilich abgeblaßt, in das Römerthum eindrang, sonder»! auch die Bekanntschaft mit der griechischen Götterlehre, da gab es eine seltsame

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