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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1864-01-01 · 1-2 · p. Seite 41

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
3 (1864-1865)
Issue
1-2
Date
1864-01-01
Page
Seite 41 (sequence 44)
Language
German
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9 .1 .י. Die Entstehung des Christenthums. 4L sie, die Niedrigen und Geringen, sie schlossen sich willig dem neu Ausgetretenen an. ״Ich bin nicht gekommen, die Gesunden zu heilen, ich bin zu den Kranken gesendet", sprach er selbst. Und diese Kranken schlossen allerdings einen Kreis um ihn. Freilich beschränkte er sich bald nicht mehr auf diese aus der Gesellschaft Gebannten, sein Ruf drang weithin, und er wagte es sogar, nach dem Mittelpunkte des Reiches sich hinzuwenden. Alsbald aber erhob sich auch die Anklage wider ihn. Er fand zwar hier und da Anklang: Hosianna, rief man ihm zu, Sohn Davids, denn ein solcher mußte er sein, wenn er als Messias gelten wollte; dennoch wurde er vor das Gericht geführt, und wir erfahren nichts davon, daß eine große Anzahl von Genossen um ihn gewesen wäre, so daß man gefürchtet hätte, das Urtheil wider ihn ausznsprechen. Das Urtheil mußte vollzogen werden durch den Landpsieger. Pontius Pilatus fragte ihn: Bist Du ein König der Juden? und er sprach: Du sagst es. Er stellte es nicht in Abrede. Einem späteren Berichte zufolge fügte er hinzu: Mein Reich ist nicht von dieser Welt, freilich, aber von der zukünftigen, die bald erscheinen und eintretcn wird. ״Denn es sind Viele hier von diesem Geschlechte, die den Tod nicht schmecken werden, bevor das Himmelreich ist gekommen," ״es sind Viele hier, die es mit anschauen werden, wie das Ende der Dinge erfüllt ist". Dem Pilatus war das Ganze ein seltsames, ihm unverständliches Unternehmen, nicht wichtig genug, als daß er mit Strenge hätte entschreiten sollen, das Volk aber, dem er es freistellte, ob es ihn losbitten wolle nach altem Brauche, daß es vor einem Festtage für einen Verbrecher Gnade erwirken konnte, lehnte alle Betheilignng mit ihm ab, es ging auf den Vorschlag seiner Befreiung nicht ein. So ward das Urtheil gefällt, wie es, zumal in der bewegten Zeit, welche durch vorgespiegelte lügnerische Hoffnungen — und als solche erschienen sie den nicht an ihn Glaubenden, — ja wohl gar dnrch den drohenden Empörungsversuch noch elender werden mußte, nicht anders ausfallen konnte. Er. griff in die damaligen religiösen Anschauungen ein, erhob sich zu einer Höhe, die ihm nicht zuerkannt wurde, stellte die Hoffnung der Zukunft als gegenwärtig und in sich verkörpert dar, er stellte eine vollständige Aenderung der bürgerlichen Verhältnisse, in Aussicht, ignorirte das ganze gegenwärtige Bürgerthnm, wenn er auch nicht in Empörungen auftrat. Das Urtheil konnte unter solchen Umständen nicht anders erfolgen, er wurde ans Kreuz geschlagen, wie früher Juda aus Gaulonitis und dessen Genossen. Die Anhänger

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