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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1864-01-01 · 1-2 · p. Seite 38

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
3 (1864-1865)
Issue
1-2
Date
1864-01-01
Page
Seite 38 (sequence 41)
Language
German
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38 1. 9. Die -Entstehung des Christenthums. wir noch später Männern, die mit der gleichen Selbstsicherheit als Messiasse austraten. Soll es uns etwa wundern, daß in dieser Spannung der Gemüthcr kühne und glühende Begeisterung für das volle Judcnthum und dessen Herrschaft einen hochstrebenden Menschen vollkommen überwältigen konnte, daß ihn der Glaube an sich selbst erfüllte, ihm den Muth verlieh, solche Hoffnungen mit vollster Sicherheit ausznsprechen? Das war es, was den ersten Stifter des Christenthums beseelte. Er war ein Jude, ein pharisäischer Jude mit galiläischer Färbung, ein Mann, der die Hoffnungen der Zeit theilte und diese Hoffnungen in sich erfüllt glaubte. Einen neuen Gedanken sprach er keineswegs aus, auch brach er nicht etwa die Schranken der Nationalität. Als ein fremdes Weib zu ihm kam und von ihm geheilt werden wollte, sprach er: Es ist nicht sein, den KLudlein des Hauses das Brot wegzunchmcn und es vor die Hunde zu werfen. Er hob nicht im Entferntesten irgend etwas vom Judenthum auf, er war ein Pharisäer, der auch in den Wegen Hillel's ging, nicht auf jedes einzelne Aeußerliche den entschiedensten Werth legte, aber andererseits sprach er es auch aus, daß nicht ein Titelchen vom Gesetze weggenommcn werden soll, die Pharisäer sitzen auf dem Stuhle Mosis und was sie sprechen, das sollt ihr wohl befolgen. Er wurde allerdings, wenn wir treu berichtet sind, als man ihm entgegentrat, auch zu geringschätzigen Aeußerungen über das Eine und Andere veranlaßt, aber in seinen ursprünglichen Ueberzeugungen wankte er niemals. Die Entgegnungen, die wir aus dem treuesten Berichterstatter erfahren, — einen vollkommen treuen wird man kaum erwarten dürfen, der treueste aber ist derjenige, der unter dem Namen des Markus uns überliefert ist, — die Einwürfe, die Versuchungen, die ihm entgegengestellt wurden, sie fußen aste auf dem Boden, den er einnahm. Die Saddueäer traten ihm entgegen wegen der Auferstehung, die er ja mit der Behauptung von dem Eintritte der zukünftigen Welt, des Himmelreiches, so entschieden betonte. Mit der spöttischen Frage: ״Nach dem Gesetze soll der Schwager das Weib, das der verstorbene Bruder ohne Kinder hinterläßt, heirathen, wie nun, wenn ein solches vielfach geschehen von verschiedenen Brüdern und nun die Auferstehung eintritt, und es sind sieben Männer und nur eine Frau, wessen ist nun diese?" mit dieser spöttischen Frage, die für seine Behauptung baldigster Herankunst der zukünftigen Welt, der Auferstehung, fein berechnet war, traten sie ihm entgegen. Er erwiderte.: Allerdings, die zukünftige Welt tritt ein, aber da wird nicht

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