Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 3 (1864-1865)
- Issue
- 1-2
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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1. 8. Hillel. 27 adeln^ — eines echten Reformators. Es traten ihm die Schwierigfeiten entgegen, die einer Verjüngung uyd Belebung in jeder Zeit entgegentreten, es mögen die Einen gesagt haben : Warum willst Du denn ändern, halte Dich doch an das,, was einmal geltend ist, wie willst Du Dir denn das Recht der Erneuung anmaßen? ״Wenn ich nicht mir, antwortete er, wer denn mir?" Wenn blos, was die frühere Zeit erzeugt hat, Geltung haben soll, was außerhalb meiner bereits besteht, ohne daß ich es selbst mir schaffe, wer außer mir kann denn für mich schaffen? Nun, mögen Andere gesprochen haben, halte es für Dich, magst Du, es in Dir erkennen, denke danach , handle danach,, aber wozu denn auftreten, wozu für die Gesammtheit umgestalten wollen? Als wäre die Idee für den einzelnen Menschen allein bestimmt, als könnte man sie in den Kasten legen, um sie zur gelegenen Zeit anzuschauen, als wäre sie nicht eine Lebensmacht, die den Menschen beherrscht und drängt, wie der Prophet es ausspricht: .Es ist ein Feuer in meinen Gebeinen, ich kann es nicht ertragen, es muß ausströmen. ״Wenn ich für mich allein, sagt Hillel, was bin ich dann?" Will ich denn für mich Etwas haben, oder ist es die Gesammtheit, die erfrischt werden will? Laß es, lieber Freund, so mögen ihn Andere gewarnt haben. Du bist zu . rasch. ״Wenn nicht jetzt, wann dann?" erwiderte er. Jede Zeit schafft und muß schaffen, und wenn man in ihr blos träge dahin schleichen will, so wird damit auch die Zukunft im Keime erstickt. Das war Hillel, und daß er in solcher Weise gewirkt hat, daß er der Mann war, der es wagte, gegen die Erschwerungen mit aller Entschiedenheit aufzutreten, daß er den Namen keineswegs scheute, er sei ein Erleichternder, das wird Allen, die einen Blick in die Geschichte des Judenthums geworfen haben, klar sein; mit den Einzelheiten werde ich Sie keineswegs behelligen, aber wie er die Zeit -begriff, davon nur einzelne Beispiele. Es ist biblische Vorschrift, daß ein Haus in einer mit einer Mauer umgebenen Stadt, wenn es verkauft wird, wieder vom frü- Heren Eigenthümer eingelöst werden kann bis zum Ende des Jahres, hat er es bis dahin nicht ausgelöst, so bleibt es Eigenthum des Käufers. Gewöhnlich wartete NM der Verkäufer bis zum letzten Tage des Jahres; dann, aber, um seinen Besitz nicht für die Dauer einzubüßen, ward auf jede mögliche Weise die Summe herbeigeschafft, der Käufer mußte das Cigenthumsrecht dem Andern wieder zukommen lassen. Was thaten nun die Käufer,, um den neu erworbenen Besitz