Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 3 (1864-1865)
- Issue
- 1-2
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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1. 7. Kampf mit dem Griecheuthum. ,9 wirkt und sie mit einem gewissen Strahlenkränze nmgiebt, mit einem gewissenphilosophisch-mystischen Glanze beleuchtet. Das die eine Seite, wie die Berührung des Griechenthums mit dem Judenthume wirkte. Aber noch in einem andern Lande berührte sich Griechenthum mit Judenthum und zwar in Palästina selbst. War der egyptische Staat doch von wirklicher Bildung erfüllt, so scheint der syrisch-griechische Staat noch auf einer tieferen Stufe sich befunden zu haben. Es war eine rein äußerliche Bildung, ein Firniß ohne wahrhafte Durchbildung; keine Spur ist uns von einer in demselben herrschenden eigenthümlich griechischen Denkweise und Productivität geblieben. Aber jemehr Halbbildung, um so mehr Fanatismus, je weniger innerer Gehalt, um so größerer Werth wird auf die Aeußerlichkeit gelegt. Wenn die Religion keine wahrhaft innere Macht ist, wenn das Staatsleben nicht wirklich von einer Idee getragen wird, so kommt der Eifer in das Volk, eine äußerliche Einheit herzustellen, und dazu gehört der Versuch, dem Staat scheinbar eine Religionseiuheit zu verleihen. Wie wir in späterer Zeit diesem Streben in dem Ausdrucke des christlich-germanischen Staates begegnen, so finden wir hier das Bestreben, den Staat als einen heidnisch-hellenischen zu begründen. Palästina stand unter der Oberhoheit der Syrer, es sollte nun ein Glied dieses heidnisch-hellenischen Staates werden. Das Judenthum hatte in seinem zweiten Staatsleben bis dahin schon manche Leiden und Prüfungen zu erdulden, es trug sie still, zuweilen auch mit einem Aufschrei der Klage, doch nie regte sich ein vollkräftiger Wille, den Druck abzuwehren. Nun aber war es an den Herz- Punkt gekommen, nun war die Zeit herangenaht, wo über Sein oder Nichtsein entschieden werden sollte. Nicht alle zeigten sich bereit. Ln diesen Kampf einzutreten. Die Männer, die an der Spitze standen, die Priester, die Söhne Zadoks, sollen keineswegs von glühendem Eifer erfüllt gewesen sein, den Kampf zu unternehmen; mit Winkelzügen glaubten sie den Sturm beschwören zu können. Die Bildsäule des Zeus sollte in dem Tempel ausgestellt werden; sie wurde anfgestettt. Es sollten für den Herculestempel Beiträge gegeben werden, sie wurden gegeben. Es sollten Gymnasien, nicht etwa Bildungsstätten, sondern Ringschulen, errichtet werden in Judäa, was an und für sich nicht ein Abfall gewesen wäre, aber doch so recht eine eigenthümliche Aeußerung der griechischen Sitte war, sie wurden errichtet. Man ging auf jede