Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 3-4 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 292 (sequence 132)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2420973-2420979-2420982--0626-2421704- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
292 Jouriml-Revüe. L. Der Commentar Zamurl's Len Meir MM Pentateuch. In dem diesmaligen Jahresberichte des Fränckel'schen Seminars wird unter den eingegangenen Geschenken aufgezählt (S. 6): ״Naschi und Raschbamcommentar zum Pentateuch im Manuscript". Bekanntlich ist der Commentar Samuel's ben Meir — das ist Raschbam — zum ersten Male 1705 nach einer ziemlich schlechten und noch dazu vorn (bis 1. Mos. Cap. 18) defecten Handschrift veröffentlicht worden; den Commentar zum ersten Capitel der Genesis (bis auf etwa einige Worte) habe ich in Kerem Chemed VIII (1854 S. 42—46) nach einem einzelnen Blatte in einem Münchener Codex mitgetheilt. Von anderen Handschriften dieses Commentars ist Nichts bekannt geworden, ja sogar der Codex, aus dem der erste Abdruck veranstaltet worden, ist, soviel ich weiß, verschollen. Sollte nun das Geschenk, das die Fränkel'sche Seminar-Bibliothek empfangen, eine neue, vielleicht vollständige Handschrift enthalten, so würde dasselbe ein schöner literarischer Fund sein, und wir dürsten vielleicht bald die Ergänzung des gedruckten Commentars, auch mannigfache Berichtigungen erwarten. Vielleicht jedoch ist es blos die alte Handschrift, die dem Abdrucke zu Grunde gelegen; auch dann wäre ihr Wiedererscheinen nicht ohne Interesse, ohne jedoch besonderen literarhistorischen Werth zu haben. Es wäre angemessen, bald nähere Belehrung darüber dem Publikum darzubieten. 0. Februar. 3. Christliche Gelehrsamkeit in Beziehung auf Äudenthum. Wenn die deutsche Wissenschaft mit etwas großer ״Sclbstgerechtigkeit" auf französische Ungründlichkeit hinblickt, so mag diese Nährung vaterländischen Stolzes an dem Vorwurfe gegen unsere überrheinischen Nachbarn mit nüldem Sinne beurtheilt werden. Damit jedoch die christliche Demuth nicht an dieser Selbstüberhebung Schaden leide, kann der deutschen Gründlichkeit nicht oft genug der Spiegel vorgehalten werden, daß sie die Oberflächlichkeit beschaue, welche sie mit einer gewissen Hartnäckigkeit bewahrt, so oft es die Erkcnntniß des Judenthums und seiner Geschichte gilt. Man macht Erfahrungen am genauesten an sich selbst, ,und es ist daher nicht Schriftsteller-Eitelkeit, wenn ich zunächst von eigenen Arbeiten spreche, da ich nicht in deren Anerkennung, sondern überhaupt in deren Berück-