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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 3-4 (1863) · p. Seite 290

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
3-4 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 290 (sequence 130)
Language
German
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290 Recensionen. dagegen gewiß Nichts einzuwendcn. Diese Bearbeitung hat der Verfaffer nun, vielleicht ״mit Erweiterungen versehen", als Monographie hcrausgegeben und einen Anhang über Jsachar Falkensohn Behr Hinzugefügt (S. 43 ff.). Beide Männer sind mehr Auswüchse als charakte-- ristische Träger einer im Umschwünge begriffenen Zeit, sie dienen vortrefflich als Nebenfiguren, um die eigenthümlichcn Mischungen zu zeigen, welche eine solche gährende Zeit hervorbringt. Daß jedoch solche untergeordnete Talente und schwache Charaktere eine alleinstehende Behandlung verdienen, möchte ich sehr bezweifeln. Kuh ist. ein entsetzlich mittelmäßiger Dichter und Behr ein Geck; er hat ״Gedichte eines polnischen Juden" herausgegeben und das Glück gehabt, daß ihm der junge Goethe dafür einen literarischen Fußtritt gegeben. Ist das ״ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Literatur", wofür das Büchlein dargeboten wird, oder bewirkt es, nach der Art der Behandlung, eine Vertiefung unserer Einsicht in die Entwickelung des jüdischen Geistes? 9. Februar 1864. 9. Dauer der gewaltsamen Hellcnifirung der Juden und der Tempelentwcihung durch Antiochos Epiphancs. Von Dr. H. Grätz. Breslau 1864. XIV S. gr. 4. Diese kleine Schrift, vorangehend dem ״Jahresbericht des jüd. theol. Seminars Frä'nkel'scher Stiftung", fußt auf der durch, alle einsichtsvollen Kritiker vertretenen Ueberzeugung, daß Daniel ein Werk der makkabäischen Zeit ist und die damaligen Ereignisse, nachdem sie sich zugetragen, beschreibt, aber sie in der Form der Zukunft darstellt, indem die Geschichte dem Daniel als Gesicht beigelegt wird. Der Verfasser, gleichfalls dieser Ansicht huldigend, greift nun den einen Punkt auf, wonach in diesem Buche verkündet wird, die Entweihung des Tempels werde drei und ein halb Zeiten, d. h. Jahre oder eine halbe Jahreswoche dauern, während andere Angaben genau drei Jahre bestimmen, wonach auch die Entweihung am 25. Kislcv begönnen habe. Der Verfasser verwirft diese letzteren und glaubt für jene einen bestimmten Beleg zu finden an der Stelle der Mischnah (Thaanioth 4, 6), wonach am 17. Thamus Apostomos die Thorah verbrannt und ein Götzenbild im Heiligthum aufgestellt habe; nach

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