Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 3-4 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 288 (sequence 128)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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288 Recenfionen. Berichtigung in dem, was bereits hier (Bd. I S. 39 ff.) über ihn gesagt ist. Es bleiben uns nur noch, da der sonstige Inhalt für uns wenig Interesse bietet, kurze Bemerkungen über das Biblisch- Hebräische übrig, insoweit es in dieser Zeitschrift bedacht ist. Herr Heidenheim beschreibt einen Codex der Propheten im Brit. Museum und versetzt ihn ohne allen Grund in die Zeit zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert, und natürlich haben dann die Varianten, welche er aus demselben zieht, hohen Werth (Bd. I S. 269 ff., 396 ff., 552 ff., Bd. II S. 72 ff.). Der Codex jedoch gehört einer späteren Zeit, frühestens dem 11. Jahrhundert an, ist nachlässig geschrieben, seine Varianten sind werthlos, sie zu sammeln und zu veröffentlichen bloße Zeit- und Papier-Verschwendung. Codices, welche Ln der Vocalisation von der unsrigen keine Abweichung zeigen, sind, das sollte man nun doch gelernt haben, jüngeren Datums. Das neueste Heft bringt noch eine Abhandlung über die Levitcnstädte von Diestel (S. 145 ff.), die sehr matt ist und auf unsicheren Principien ruht, Bemerkungen zu den Psalmen von Böhmer (S. 169 ff.), welche mit Hinblick auf den Stand der gegenwärtigen hebräischen Sprachgelehrsamkeit bereits oben S. 233 ff. von mir charakterisirt worden, und Nachrichten über die hebräische Handschristensammlung des karaitischen Lehrers Firkowitsch aus der Krim, von Dr. Edw. v. M u - ralt in St.. Petersburg (S. 186 ff.). Leider sind diese letzteren Nachrichten noch immer sehr dürftig, nicht mit geübter Kritik geschöpft, und sie setzen, selbst nach dem, was ich darüber durch die Güte des Herrn Prof. Chwolsohn einzusehen, Durch mündliche Mittheilungcn des jüngeren Firkowitsch zu erfahren Gelegenheit hatte, nicht Ln den Stand, ein begründetes Urtheil abzugeben. Wir müssen daher ebensowohl über das Alter der Grabinschriften wie über d.as der bibl. Handschriften ein abschließendes Urtheil noch verschieben, bis reichere und gesicherte Nachrichten vorliegen. Aufmerksamkeit verdienen einzelne mitgetheilte Varianten, die freilich meistens blos schon anderweitig Bekanntes bestätigen, so 1. Mos. 22, 13 NNdr für אהר (vgl. Urschrift S. 244), 2. Mos. 13, 13. 34, 20 ״gieb den Werth dafür statt: brich ihm das Genick", wo Herr M. seltsamer Weise das hebräische Wort gar nicht giebt, es uns aber doch leicht wird, dasselbe zu errathen, nämlich לערכתו für (vgl. meine Bemerkung in Steinschneiders hebräischer Bibliographie Bd. IV, 1861, Nr. 21 S. 62), die Lesarten der Madinchae n# für 1L Ezechiel