Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 3-4 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 281 (sequence 121)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Wolf: Judetttäufen in Oesterreich. 281 (S. 165 ff.), ein Actenstück, das von so gemeiner Gesinnung und so denunciatorischem Charakter ist, daß man sich eines solchen Glaubensgcnosscn wahrhaft schämen muß. - 4. Öctober. NS. 4. Eine Brochüre: Beitrag zur Geschichte jüdischer Tartüffe. Eingaben an -das ehemalige k. k. Cultusministerimn in Wien über die religiösen Zustände der Juden in Oesterreich. Herausgegeben von Israel Levi Kohn (pseudonym?). Leipzig 1864. 47 S. 8. zeichnet Herrn Ignaz Deutsch — so ist der Name jenes Hauptes der Wiener jüdischen Orthodoxie, ״Herzogs von Jerusalem" — durch seine eignen Eingaben auf eine Weise, die ein jedes weitere Wort überflüssig macht, da jeder anständige Mann die Berührung mit einem solchen Treiben meiden muß. Ergötzlich ist die ״historische" Angabe S. 17: ״Die Juden haben ihren zeitlichen Aufenthalt und ihre stabile Ansiedelung freiwillig und absichtlich in den strengsten, absoluten, monarchischen Staaten gewählt", befinden sich daher am zahlreichsten in Rußland aus besonderer Vorliebe für die Knute, in Oesterreich und zwar im gedrückten Galizien re.!! Ebenso rechnet dieser Ehrenmann cs den orthodoxen Juden zu besonderen! Verdienste, daß sie die Oeffentlichkeit scheuen und lieber in geheimen Eingaben denunciren (S. 23). Sein Ideal ist eine alte Jeschiba, ״Rabbinerschule", welche die österreichische Negierung mit Hnnderttansenden von Gulden gründen und erhalten, jeden wissenschaftlichen Unterricht von dort fernhalten und sie unter die Controle alter Rabbiner stellen soll. ״Die Rabbinerseminare, wie sie dermalen in Padua und Deutschland — d. h. Breslau — bestehen", sind ihm ein Greuel, ״sie sind durch die äußersten Anstrengungen der Neformpartei hervorgerufen worden, sie haben lediglich den Zweck, Prediger und moderne Kanzelredner zu bilden", ״das geringe oberflächliche rabbinische Studium, welches daselbst beibehalten wurde, hat nur den Zweck, um den rechtgläubigen Juden scheinbar zu genügen". Wenn Solches am grünen Holze, an Luzzatto und Frankel, geschieht... Doch warum nicht? Herrn Deutsch und seiner Clique gegenüber sind Alle gleich; Schmähung von seiner Seite beweist, daß der Geschmähte der Gesittung und der Bildung nicht ganz entblößt ist. Schmach dem, der seiner Auerkennung sich erfreut! 9. Februar 1864.