Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 3-4 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 119)
- Language
- German
- Belongs to
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Wolf: Veer's Katalog. 279 viel mehr bei dem Kataloge einer werthvollen Bibliothek, dem Denkmale für einen so verdienstvollen Mann, zu verlangen ist, wenn nicht das bereits mehrfach genannte ״Autorenverzeichniß der im hebräischen Katalog angeführten Werke", welches von S. 116—160 reicht, namentlich durch die beigefügten Jahrcsangaben einen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit begründen zu wollen schiene. Was aber diese ganz ungefähren und beliebig hingestellten, ebenso beliebig auch wieder zurückgelaffenenJahreszahlen nützen sollen, bekenneich aufrichtig nicht zu wissen. Und nun erst gar, wenn bald die Schriftsteller selbst, bald die Jahreszahlen vollkommen falsch sind! Wenn bei Abudarham das 13. Jahrhundert steht, statt um 1340, wenn ein Asulai, Chaj. Jos. Dav. jun. verzeichnet wird, während der Verfasser blos als ein Sohn des Alten dieses Namens genannt ist und wohl selbst Moses geheißen hat, wenn angegeben wird, Carmoly sei ״jetzt in Brüssel" st. in Frankfurt a. M., David Nieto ״Nido" heißt, Delitzsch sei Professor in ״Rostock" st. in Erlangen, Jsak Abravanel sei geboren in ״Ullisipo" st. Lissabon, Gabr. Lippmann lebe in Fürth, während er Rabbiner in Kifsingen ist, bei Moses Kimchi angefügt wird:!232 bis 1190, was sich allerdings von selbst als Druckfehler kennzeichnet (der Comm. zu den Sprüchen ist 1175 beendigt), Filipowski unter Philipovsky gesucht werden muß, Pleßner ״Rabbiner" in Posen genannt wird, Rehfuß in Hamburg st. in Heidelberg gelebt haben soll, für den Venetianer Salomo Basila erklärend aus Basel gesetzt wird, bei Samuel Tibbon die genaue Bestimmung eingefügt wird: gest. v. 1239, während er sicher schon vor 1232 tobt war, Dr. Scheper als ״in Lissa" bezeichnet wird, welche Stadt derselbe, zu Frankfurt a. M. geboren und die Grenzen des südwestlichen Deutschlands nie überschreitend, gewiß nie gesehen hat, Joseph Schwarz ״Rabbiner" in Jerusalem genannt wird, Simon Darschan aus Frankfurt, d. h. dem Verfasser des Jalkut, das 13. Jahrhundert angewiesen wird, während er gegen 1100 lebte, und gar auch ein Mardochar ״Segel" Slawatsch und ein Tobia ״Segal" erscheint, was aber nichts Anderes ist als סג״ל, also ק לויים□/ also einfach Levi — wenn uns solche und hundert ähnliche handgreifliche Jrrthümcr bei einem flüchtigen Durchblicke anfstoßen, so mag man sich wohl beruhigen, daß die Literaturgeschichte doch dadurch nicht Schiffbruch leiden wird, doch bleibt es immer ärgerlich, daß Unkundige solche Bücher als Hülfsbücher gebrauchen, und eine ernste Warnung gegen die Flüchtigkeit, mit der solche Schriften angefertigt und hie und da mit ״gelehrten" Anmcr-