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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 3-4 (1863) · p. Seite 275

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
3-4 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 275 (sequence 115)
Language
German
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Wolf: Dr. V. Veer. 273 2. אהל יששכר. Katalog der Bibliothek des sel. Herrn Dr. Bernhard Beer in Dresden. Herausgcgeben von G. Wolf. Berlin 1863. LI u. 160 S. deutsch, 119 S. hebr. 8. Dr. Bernhard Beer war ein achtungswerther gelehrter Kenner des Judenthums nach allen seinen Richtungen, er vertrat als Schriftstettcr dessen religiöse und bürgerliche Interessen mit Einsicht und Freimuth. Daß er, der durch seine ganze Lebensstellung der vollsten Unabhängigkeit sich erfreute, in reinem Eifer für die Sache sein ganzes Leben Viesen Interessen widmete, verklärt noch mehr eine jede von ihm ausgehende Thätigkeit, zeigt ihn uns in der ehrwürdigen Gestalt eines Mannes, der mit Innigkeit an Ideen geknüpft ist, bei dem das Denken Sache der innersten Ueberzeugung, des tiefsten Gcmüthes wird, so daß der Gedanke zur That wird und die That erfüllt vom Gedanken ist. Solche Männer sind zu allen Zeiten selten, ganz besonders in unserer Zeit des Zwiespalts, in welcher der innere Kampf des Einzelnen wie der ganzen Zeit nicht so leicht zu jener Wärme gelangen läßt, die ohne nöthigenden Anstoß von selbst zu überstromender Hingebung treibt. Ein solcher Marin war Beer im Gebiete des Judenthums, mit der vollen Empfänglichkeit, welche die erweiterte Bildung des Jahrhunderts für jeden edleren Geistesgenuß eröffnet, mit dem geübten Blicke für die historische Gestaltung des Judenthums und dessen gegenwärtige Bedürfnisse, zugleich aber auch mit der vollen Anhänglichkeit an dem mächtigen Stamme, der Jahrtausenden trotzte, eine Anhänglichkeit, die sich sogar manchmal auch auf welke Zweige ausdehnte, die aber bei dem milden gebildeten Sinne des Verewigten in wohlthnender Weise austrat, niemals schroff abstoßend. Als solchen lernen ihn nun auch diejenigen kennen, welche sich der persönlichen Bekanntschaft des seinen Freunden ohne Unterschied werthen Mannes nicht erfreut haben, aus den ״Notizen über sein Leben und Wirken", welche Herr Dr. Wolf dem oben verzeichneten Kataloge auf LI Seiten voranschickt. Diese Skizze liefert uns ein eingehendes Charakterbild, läßt uns in die geistige Werkstätte wie in das liebevolle Gemüth des Mannes hineinschauen und zeichnet kurz aber treffend die Stellung, welche B. zu den Richtungen der Zeit cinnahm. Beer gehörte seinem ganzen Wesen nach zu den vermittelnden Naturen, und so mußte es sein inniges Verlangen sein, das Alte, aber in veredelter Gestalt, mit Abstoßung des Unwesentlichen und der 18*

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