Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 3-4 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 273 (sequence 113)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2420973-2420979-2420982--0607-2421685- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Luzzatto: Jesajas. 273 Kapitel bereits vor 33 Jahren vollständig abgeschlossen waren (vgl. die Nachschrift zu Kap. 35 S. 399), im Ganzen nach derselben ursprünglichen Gestalt entgegen, wenn es auch an mannigfachen Zusätzen bis auf die neueste Zeit herab nicht fehlt (vgl. z. B. zu 37,3). Das neue Heft bleibt daher auch dem Charakter treu, der bereits nach den früheren Heften angegeben ist. Auch hier begegnen wir Correcturen des Textes, die zum Theile recht glücklich sind. So wird 29^ 13 zu Neh. 13, 5 in מניות geändert (vgl. unten S. 289 in der Beurteilung von HeLdenheim's Vierteljahrsschrift), N. 21 in Ps. 195, 4 לא vor דרך cingeschoben, 33, 1 wird der Aendcrung von in zngestimmt und für Hiob 15, 29 L^V vorgeschlagen, was gezwungen erscheint, und 34, 16 wird פיהו für פי הוא gebilligt. Besonders leicht nimmt Herr L. die Abweichungen, welche sich in den entsprechenden Kapiteln des Buches der Konige von Kap. 36 n. 37 im Jesajas sinden. Seine Voreingenommenheit für die Authentie des ganzen Jesajas läßt ihn behaupten, daß auch der erzählende Theil, welcher die erste Reihe der Prophezciungen von der zweiten (von Kap. 40 an) trennt, also Kap. 36 bis 39, von Jesajas selbst herrühre und erst dann in das Buch der Könige von dessen Sammler übertragen worden; diesem werden dann ohne Skrupel gar mancherlei Mißverständnisse, falsche Zusätze und Aenderungen zugeschrieben (36, 5. 2t. 37, 14. 17. 19. 20. 21). Herr L. geht offenbar hier weiter, als aus seiner bisherigen Texteskritik zu entnehmen war. Wenn wir nach dieser blos erkannten, daß er den Text der Bibel nicht frei von Lesarten betrachtete, welche von den ursprünglichen abweichen, und solche Abweichungen theils der Nachlässigkeit oder dem Mißverständnisse späterer Abschreiber, theils der absichtlichen Aenderung namentlich der Punctatoren znschrieb, welche besorgten, der Gedanke oder die Einkleidung der ursprünglichen Lesart könne bei der Gemeinde Anstoß erregen, irrige Ansichten erzeugen: so erfahren wir nunmehr auch von Beispielen, in welchen der Verfasser des einen Buches, Stücke aus einem andern aufnehmcnd, nicht blos diese selbständig geändert, sondern sie mit Mißverstand geändert und daher von vorn herein Unrichtiges geschrieben habe. Herr L. hat durch diese offene freisinnige Aeußerung, welche die Kritik nicht blos in den biblischen Schriften, sondern über dieselben gestattet, sich das Recht erworben, für seine positive Kritik, mit welcher er dennoch den Propheten Jesajas betrachtet, den Anspruch zu erheben, Dierteljahrcsschrist. II. 3. 4.. 18