Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 3-4 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 272 (sequence 112)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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272 Necerisionen: niemals eine absichtliche Fälschung vorgenommen worden, sich aber dennoch Fehler eingeschlichen haben. Von dieser gesunden Einsicht bietet der Commentar viele Proben, und auch die Anwendung dieser freien kritischen Ueberzeugnng ist nicht spärlich. So wird z. B. im neuesten Hefte zu 21, 8 מצפה als st. constr. punctirt und erklärt: ich stehe auf Gottes Warte, was die Punctatoren blos getrennt hatten, weil ihnen die Beilegung einer Warte an Gott eine zu ver: menschlichende Vorstellung gewesen. So wird 22, 24 כלי punctirt, die LA. עסה st. 6 ,22) ערה), welche 8. in einer Ausgabe fand, wird beifällig ausgenommen, wonach Kir und Efah als Provinzen und deren Bewohner, Efah nämlich ein Sohn Midian's (1. Mos. 28, 4) und arab. Landschaft (Jcs. 60, 6), zu betrachten seien, die. den Schild erheben, und 28, 2 wird Döderlein's Conjectur, statt des zweiten מעיר zu lesen מעי günstig beurtheilt. Um so auffallender ist nun, wenn L. als besondere, und zwar als die drei ersten Grundsätze aufstellt, die der Ex eg et festzuhalten habe, die Anerkennung Gottes als Schöpfers, den Glauben an eine göttliche Vorsehung und Weltregierung und den Glauben an übernatürliche Wunder und Prophezeiung. Was der Exeget als solcher glaubt, kann seinem Bemühen, sich in den Geist des Schriftstellers zu versenken, oft eher nachtheilig als förderlich sein, und wie die Voraussetzung, daß wir Vorherverkündigungen durchaus anzunehmen haben, Besprechungen von zur Zeit des angeblichen Schriftstellers ganz ungeahnten, ja auch ganz gleichgültigen Dingen, L.'s sonst so klaren Blick verdunkelt, davon bietet dieser Commentar, wie L.'s sonstige Arbeiten, eben weil er mit Befangenheit an den Text geht, Beispiele in Menge. Jedenfalls wünschen wir, daß es dem Herrn Verfasser vergönnt sein möge, das Buch rasch zu Ende zu führen, und wird es immer eine ehrenvolle Stellung in der exegetischen Literatur einnehmen. Nach seiner Beendigung wird es auch eher möglich sein, ein eingehenderes Urtheil auszusprechen. 2. Juni 1863. Dasselbe. Fascieolo V bis S. 432. 1863. Es ist erfreulich, daß die oben ausgesprochene Hoffnung sich zu erfüllen scheint; ein neues Heft, welches das Werk bis in den Anfang von Kap. 38 hineinführt, ist vor einiger Zeit erschienen. Und so tritt allmälig Uebersetzung und Commentar, von denen die 35 ersten