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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 3-4 (1863) · p. Seite 271

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
3-4 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 271 (sequence 111)
Language
German
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Luzzatto: Jesajas. 271 Umfang desselben erst bis Ln die Mitte von Cap. 29 reicht und demnach zu erwarten ist, daß der noch 51t veröffentlichende Th eil einen weit größeren Raum in Anspruch nimmt, namentlich bei dem kritischen Standpunkte L.'s, der sich zur Aufgabe stellt, die Ansicht, daß von Kap. 40 an einem späteren Propheten angehöre, zu bekämpfen. Nachdem nun endlich die Ausgabe 1855 begonnen und die drei ersten Lieferungen bald hintereinander erschienen, scheinen die italienischen Wirren dann eine Unterbrechung bewirkt zu haben, so daß die vierte erst nunmehr erscheint und sogar Zusätze von diesem Jahre enthält (§11 27, 4). Dieses lange Liegenbleiben eines vollendeten Werkes läßt dasselbe keineswegs, wie man glauben könnte, zu größerer Reife gedeihen; vielmehr bleibt der alte Stamm unverändert, der dann oft theilweise veraltet ist, es fehlt die Selbstentäußerung, um umgestaltend zu überarbeiten, und die einzelnen neuen Zusätze find zu unbedeutend, nm dem Werke einen besonderen Werth zu verleihen. Wäre Luzz. vor 30 Jahren mit seinem Commentar in die Oeffentlichkeit getreten, so wäre der gesunde Theil seiner exegetischen und kritischen Grundsätze höchst fruchtbar gewesen und man hätte sich den krankhaften Theil derselben ruhiger gefallen lassen. Auch jetzt noch sind einzelne Erklärungen beachtenswerth; allein die Grundsätze sind, soweit sie damals einer richtigeren exegetischen Methode den Weg gebahnt hätten, gegenwärtig schon in das wissenschaftliche Bewußtsein auch der Juden vollständig und mit größerer Konsequenz, als L. sie anwendet, eingedrungen, während die sonstige kritische Aengstlichkeit längst überwunden ist und die Hartnäckigkeit, mit der 8. an ihr festhält, bei einem Manne von einem so feinen Sprachgefühle nur um so verwunderlicher ist. Unter den Grundsätzen, nach welchen L. sein exegetisches Verfahren regelt und die er auf die heilige Zehnzahl bringt, sind als richtig anzuerkennen der vierte, daß die reine Ersorschung des Schriftsinnes anzustreben ist, ohne dogmatische oder philosophische Voraussetzung, der fünfte, sich in die Zeit des Schriftstellers zu versetzen, der sechste, sich vollkommen in die Ausdrucksweise der Hebräer einzuleben, der achte, poetische Stellen mit poetischem Sinn zu erfassen. Ebenso ist in Betreff der Textgeschichte der neunte Grundsatz zu beachten, daß sowohl Punctatoren und Accentuatoren als auch Thargumisten und Thalmudisten zuweilen absichtlich von dem einfachen, allein richtigen Sinne abgewichen sind, um Mißdeutungen vorzubeugen, während andererseits, nach Grundsatz 7, doch auf die Accente Werth zu legen ist und nach 10 zwar

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