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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 3-4 (1863) · p. Seite 255

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
3-4 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 255 (sequence 95)
Language
German
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1. Eine Legende Veranlassung einer Tertesanderung. 255 in Jesajas Kap. 36—39, der offenbar dem Buche der Könige entnommen ist und ein Dankgebet Hiskia's eingeschaltet hat, nimmt, wie er sonst Manches ändert, auch Anstoß an diesem Verlangen des Hiskia überhaupt, durch ein Zeichen erst die Verheißung seiner Genesung verbürgt zu erhalten, sowie an der Wahlstellung von Seiten des Propheten. Er läßt dasselbe daher ganz weg — und nur eine spätere Redaction fügt eine Trümmer 38, 22 zum Schluffe an/) — der Prophet verkündet ihm vielmehr von selbst das Zeichen, und natürlich in der Art, wie es eingetreten ist, ohne ihm eine Wahl zu» stellen, wie es eintreten solle. Noch mehr widerstrebt diese ganze Darstellung dem Chronisten. Daß Hiskia, der sonst so fromme König, ein Zeichen verlangt, läßt auch er zurück, ja er spricht überhaupt von der ganzen Krankheit und Wiedergenesung in aller Kürze und wohl gar tadelnd (II. 32, 24 ff.), gerade '0 wie er nur ganz allgemein sein huldigendes Verfahren gegen die Gesandten Babels mit Tadel erwähnt (V. 31). Schon diese Auffassungsweise mag bewirkt haben, daß man auch in unserem Texte aus der Rede des Jesajas die Stellung der Wahl zurückließ. Man ignorirte wohl oder strich die erste Fragepartikel und ließ blos so daß auch das folgende 0א nicht Fragepartikel ist, sondern ״wenn" bedeutet, und die Uebersetzung ist: Der Schatten wird zehn Stufen gehen, wenn er zehn Stufen zurückkehren, d. h. zurückgekehrt sein wird. Das Wunder sollte also darin bestehen, daß, nachdem der Schatten vom Morgen bis zum Mittage zehn Stufen zurückgekehrt sei, er alsbald wieder zehn Stufen herabsteige, so daß es rasch Abend werde. Dies aber weist Hiskia ab, indem er es als leicht betrachtet, der Schatten solle vielmehr zehn Stufen rückwärts gehen, es solle, nachdem es bereits Abend geworden, wieder Mittag werden. So scheinen es auch die 70 zu nehmen, wenn sie übersetzen: noQavöstca r\ Gxia dexa ßa&fiovg, iäv am&TQaifjji däxcc ßct&ftovg. Da ist also gar keine Frage, und das Fragezeichen, welches unsere Ausgaben ans Ende setzen, ist offenbar falsch. Der Syrer der Hexapla giebt die Worte des Griechen ganz nach dieser Auffassung wieder: j״.oox 2ך>oj J^Vj );20«0\י .גפם. Allein damit war der wesentliche Anstoß nicht beseitigt, vielmehr eher noch *) Diese ist so unverständlich, daß der Syrer V. 21 u. 22 umstellt, die 70 aber die Worte מה אווז übersetzen, als stünde זה האווז.

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