Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 3-4 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 92)
- Language
- German
- Belongs to
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252 in. Ueber den ersten Vers der. Genefis. Stäubchen der Welt", was etwa so viel als Anfang der Materie bezeichnen würde. Bezeichnend ist auch בהכינו שמים — ppD. Der Hauptgedanke (daß Gott die Weisheit vor allen Dingen geschaffen) schließt zwar einen Fortgang nach der Reihenfolge der Tagewerke ans; doch ist nicht zu verkennen, daß sich die ganze Stelle an Gen. 1, 2—10 anschließt. Die Darstellung beginnt V. 24 mit den; Flüssigen (תהום und כדם Gen. 1, 2), um V. 25 u. 26 auf das Feste (Gen. 1, 1. 2, zugleich mit vorgreifender Rücksicht ans 1, 9) überzugehen. V. 27—29 wird dann in freier Weise, aber deutlich genug auf den zweiten und dritten Schöpfungstag Bezug genommen. Es könnte auffallen, daß die Schöpfung des Lichtes übergangen ist; allein es sollten eben nur diejenigen Dinge genannt werden, von deneu man glauben könnte, daß sie von Ewigkeit her dagcwesen seien. Ewald, der in diesen Stellen ebenfalls eine Negation des Chaos findet, behauptet mit Unrecht, daß dieselben auf einer von der ersten Schöpfungsgeschichte wesentlich verschiedenen Grundanschauung beruhen, die das Ergebniß einer späteren Entwickelung sei. Es ist gewiß sehr gewagt, aus freien dichterischen Darstellungen auf eine principielle Verschiedenheit schließen zu wollen. Der Unterschied besteht nur darin, daß Gen. 1, 1 bis 2, 3 eine Zahl und Reihenfolge der Schöpfttngswcrke feststellt, die man sonst entweder nicht gekannt (Gen. 2, 4 ff.) oder nicht strenge beachtet hat. Auch ist nicht zu übersehen, daß die Dichter theilweise die regelmäßigen Naturerscheinungen schitdern und von ihnen aus auf erste Schöpfung hindeuten?) Uebrigens zeigt Ps. 104, daß selbst die freie dichterische Behandlung sich einigermaßen an die Ordnung der Tagewerke halten mußte, sobald dieselbe einmal festgesetzt war. Daher ist es auch sehr zu bezweifeln, daß der erste Schöpfungsbericht älter als der zweite sei, dessen Conception sich gar nicht denken ließe, wenn eine so feste Ordnung wie die der sechs Tagewerke bereits ausgeprägt und anerkannt gewesen wäre. Muß man aber auch daraus verzichten, das geschichtliche Verhältniß der beiden Urkunden zu einander genauer zu ermitteln, so bedarf doch die Frage über das Alter der sog. Elohim-Urkunde einer gründlichen Auch die besprochene Stelle Jes. 45, 7 ist so gehalten; doch ist unverkennbar, daß der Prophet auf die erste Schöpfung hinzielt. Abgesehen von dem Sprachgebrauche in den.Parallelstellen, ließe sich der Vers unmöglich so verstehen, daß Gott das Licht und die Finsterniß täglich neu schafft. Das part. act. hat ganz die Bedeutung eines Substantivs (Schöpfer rc.) * .