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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 3-4 (1863) · p. Seite 250

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
3-4 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 250 (sequence 90)
Language
German
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250 in. Ueber den ersten Vers der Genesis. Gm. 1, 1 wieder ausgenommen und יצר daneben gestellt. Die Worte: 'täl Inn לא bedeuten: er hat sie im* **)Anfange nicht geschaffen, daß sie תר1ו bleibe, sondern NM sie לשבת zu bilden, wobei aber durch die gleiche Form der Verba die בריאה und יצירה als ein Act gefaßt wird (עלה במחשבה). Der Inhalt des Satzes zeigt aber, daß die יצירה der zweiten Schöpfungsgeschichte als weitere Ausbildüng des im Anfang Geschaffenen aufgefaßt wird, und dadurch wird auch das יוצר הארץ (von der doch auch ברא gesagt ist) bedeutsanier, indem es sich an die zweite Schöpfungsgeschichte anschließt, deren Kern eben die Schöpfung des Menschen und die Fürsorge für denselben ist. Absichtlich gewählt sind wohl auch die charakteristischen Gottesnamen beider Schöpfungsgeschichten, indem sie diesen entsprechend abwechseln und zusammen das!ה'אלהיב der zweiten Urkunde bilden. — Daß es תהו und nicht לתהו heißt, ist eben, weil auf das תהו der Genesis angespielt und im Sinne derselben hervorgehoben werden soll, daß Gott die Erde zum Wohnsitze einrichten wollte. Die Erklärung A. E.'s und Ewald's (1לשוא תה) ist gewiß unrichtig?) Den schlagenden Beweis für die herkömmliche Erklärung von Gen. 1, 1 liefert aber das bisher mißverstandene אשר ברא אלהים 3 ,2) לעשות). Offenbar wird hier auf ברא in l, 1 zurückgewiesen und absichtlich עשה damit Ln Verbindung gesetzt. Die Worte sind zu übersetzen: Welches Gott geschaffen (zuerst ins Dasein gerufen), um es zu machen (jedes Einzelne zu gestalten).") May könnte sich *) Der wahre Sinn dieser Stellen ist bisher übersehen worden, weil man sie als einfache s. g. Parallelstellen auffaßte, während sie in der That aus einer schon mehr künstlichen Bibelerklärung beruhen. Richtig verstanden, gewähren derartige Stellen einen neuen Blick in die innere Geschichte der Bibel und sind für die Kritik von großer Wichtigkeit. **) Die Erklärung: לעשות — faciendo ist sehr gezwungen. Eher ließe sich noch verbinden: שבת — לעשות, so daß der Sinn wäre: Gott hörte aus, zu machen sein ganzes Werk u. s. w. Dagegen spricht aber, daß שבת (aufhören, ruhen, feiern) in der Bibel (vgl. V. 2) nirgends mit einem ergänzenden Infinitiv gebraucht wird. לעשות wäre mindestens ein unnöthiger Zusatz, und die durch denselben veranlaßte Wortstellung, welche auch die Wiederholung des אילמים nach ברא herbeigeführt hätte, würde um so auffallender sein. Der oben angeführte Grund für die Wahl des Wortes hat seine volle Bedeutung nur, wenn dasselbe mit ברא verbunden wird.

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